Der Schritt ist die Entscheidung
Warum sieht Tangogehen bei guten Tänzern so einfach aus?
Das Gehen im Tango wird oft als eine der schwierigsten Bewegungen überhaupt empfunden. Man übt und feilt jahrelang daran, und trotzdem sieht es manchmal noch ganz anders aus als bei wirklich guten Tänzerinnen und Tänzern. Bei ihnen scheint jeder Schritt genau dort zu landen, wo er hingehört. Da rutscht nichts nach, da wird nicht herumgeschlurft, und trotzdem wirkt die Bewegung weder steif noch angestrengt. Der Gang sieht federnd und kompakt aus, leicht und zugleich geerdet, kontrolliert und trotzdem locker und lässig.
Eigentlich müsste man dem Gehen deshalb im Training viel mehr Aufmerksamkeit schenken. Schließlich ist der modellierte Gang eines der wichtigsten musikalischen Ausdruckswerkzeuge, die wir beim Tango haben. Unsere Hände sind im Paartanz weitgehend mit anderen Aufgaben beschäftigt, also müssen Füße, Beine und Körper ausdrücken, was wir in der Musik hören. Trotzdem wird gerade das Gehen außerhalb des Unterrichts erstaunlich wenig geübt.
Dabei kennt fast jeder den Satz:
Wer gut geht, tanzt gut Tango.