Über verbales Dozieren und Alternativen
Für manche Zeitgenossen scheint Tango-Unterricht im Wesentlichen aus Vormachen und Nachmachen zu bestehen. Der Lehrer zeigt etwas, die Schüler machen es nach, und am besten wird dabei möglichst wenig geredet. Verbale Korrekturen gelten dann schnell als Eingriff in die tänzerische Freiheit, als pädagogische Bevormundung oder als Störung eines Prozesses, den man angeblich nur fühlen müsse.
Da stellt sich allerdings die Frage, warum solche Menschen überhaupt Unterricht nehmen oder genommen haben. Wenn Unterricht nur aus Zuschauen und Nachmachen bestehen soll, hätte man sich auch gleich durch YouTube-Tutorials arbeiten können. Da gibt es schließlich genug Material. Und man kann sich anschließend wunderbar darüber aufregen, ohne den Kontext des Videos, die Unterrichtssituation oder die eigentliche Aufgabe verstanden zu haben.