Was Tango-Schüler lernen müssten, aber oft nicht lernen
Tango zu unterrichten ist eine merkwürdige Sache. Man erklärt, zeigt, korrigiert, wiederholt und freut sich natürlich, wenn die Schüler am Ende einer Stunde etwas können, was eineinhalb Stunden vorher noch nicht funktioniert hat. Manchmal zeigt man die behandelte Bewegung zum Abschluss noch einmal selbst, vielleicht etwas flüssiger, vielleicht auch etwas schöner. Natürlich genießt man dabei auch ein wenig das eigene Können. Warum auch nicht? Man hat schließlich lange dafür gearbeitet.
Nur ist das eigentlich nicht der entscheidende Maßstab für guten Unterricht.
Viel interessanter ist die Frage, was die Schüler nach einiger Zeit tatsächlich mitnehmen. Was davon können sie später selbstständig benutzen? Was hilft ihnen auf einer normalen Milonga? Was bleibt übrig, wenn kein Lehrer mehr danebensteht, keine Übungsfolge vorgegeben wird und niemand sagt, welcher Schritt als Nächstes kommen soll?
Genau darum soll es diesmal gehen.
Nicht um schlechten Unterricht und auch nicht um schlechte Lehrer. Es geht um Dinge, die selbst in gut gemeintem, engagiertem Unterricht leicht untergehen können, obwohl sie für das spätere Tanzen ziemlich entscheidend sind. Einige davon sind mir über viele Jahre immer wieder begegnet.