Wie man aus einer Theorie eine eigene Tango-Welt mit eigener Sprache bastelt
Wer glaubt, die Online-Diskussion auf Helges Blog über Tom Tabaczynskis Buch Somatic Milonguero sei inzwischen beendet, kennt entweder das Internet schlecht oder Tom nicht gut genug. Aus einer Buchbesprechung ist längst eine Art tangologisches Konzil geworden, denn bevor man über Tango Milonguero sprechen darf, muss offenbar erst geklärt werden, was Tango ist, was Milonguero ist, was Bewegung ist, welche Bewegungen es überhaupt geben darf und welche Wörter man besser nicht benutzt, weil sie einen womöglich sofort als Anhänger des falschen Glaubens entlarven.
Das Ganze beruht auf einer ausgesprochen komplexen Theorie, die natürlich erst einmal richtig verstanden werden muss, bevor man sinnvoll darüber sprechen kann. Danach soll sie sich dann vermutlich ganz einfach verbreiten. Es gibt Menschen, die wollen einfach Tango tanzen, und es gibt Menschen, die möchten vorher sicherstellen, dass sie begriffen haben, warum ein Ocho kein Ocho ist, ein Pivot möglichst nicht Pivot heißen sollte und eine Bewegung zwar sichtbar stattfinden darf, aber durch ihre Benennung möglicherweise schon wieder zum „Teacher Tango“ wird. So wächst aus einem ursprünglich recht einfachen Wunsch – gemeinsam Musik zu tanzen – langsam eine vollständige Weltanschauung. Fehlt eigentlich nur noch ein Staatsgebiet.
Aber ich habe trotzdem viel gelernt – seht her…