Warum so viele Meinungsfreiheit mit Widerspruchsfreiheit verwechseln>
Heute möchte ich einmal ein Thema ansprechen, das mich als Tango-Blogger – und eigentlich uns alle – betrifft: die Meinungsfreiheit.
Gelegentlich stoße ich auf YouTube-Kanäle, die mit kontroversen Themen viel Aufmerksamkeit erzeugen. In diesem Fall geht es um den Kanal „{unscripted} by Ben“. Dort lädt der Betreiber regelmäßig Gäste ein, die entweder ungewöhnliche Lebensläufe haben oder öffentlich besonders umstritten sind. Sein erklärtes Ziel ist es, ihnen viel Zeit zu geben, ihre Sichtweise darzustellen – vor einem Publikum von über 700.000 Abonnenten.
Ich gebe zu: Mit der Auswahl der Gäste bin ich nicht immer glücklich. Natürlich kann man Menschen eine Stimme geben. Allerdings haben viele dieser Gäste ohnehin bereits eine Öffentlichkeit. Der Unterschied liegt hier darin, dass sie im Format sehr viel Raum bekommen, sich persönlich und ausführlich darzustellen.
Das Problem: Der Gastgeber verfügt bei vielen Themen offensichtlich nicht über ausreichend Hintergrundwissen. Deshalb bleibt das Gespräch häufig auf der Ebene persönlicher Fragen oder der subjektiven Meinungen der Gäste. Selbst sehr fragwürdige oder schlicht falsche Aussagen werden selten hinterfragt. Sie bleiben einfach stehen – ganz nach dem Motto: „Hier kommt jede Meinung zu Wort.“
Manchmal strapaziert das meine Geduld erheblich. Weil ich glaube, dass diese angebliche „Toleranz“ ausschließlich dem Clickbaiting dient.
In einem Podcast greift er eine Sendung des ZDF-Formats „Unbubble – 13 Fragen“ auf, in der es um Meinungsfreiheit ging. Dabei formuliert er einige Thesen, die derzeit sehr verbreitet sind.
Da ich in letzter Zeit selbst wegen eines ausgesprochenen Hausverbots mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, ich würde die Meinungsvielfalt einschränken – inklusive der Bemerkung „Iran lässt grüßen“ – möchte ich meine eigene Position dazu einmal darlegen.