Das Spaß-Argument – die Kapitulation der Bequemen
Nach meinem letzten Artikel über Authentizität und Imitation hat ein gewisser Blogger wieder einmal gezeigt, was passiert, wenn man über Tango redet, statt ihn nur zu feiern: Er erklärte, er habe vor allem „Spaß“. Das ist schön, nur war das nie das Thema. Denn wenn „Spaß“ plötzlich als Gegenargument zu Wissen, Technik oder Qualität herhalten muss, wird es absurd.
Immer wenn es um Können, Musikalität oder Bewegung geht, taucht zuverlässig dieser Satz auf: „Ich habe wenigstens Spaß.“ Was wie ein freundlicher Satz klingt, ist in Wahrheit eine Ausrede – die letzte Zuflucht der Bequemen. Das Spaß-Argument ist die Niederlage derer, die sich der Anstrengung verweigern. Eine Absage an Entwicklung, Verfeinerung, Neugier.