Gedanken über Tango Unterricht | 29. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 29. Teil

Teil 29.) | Ein persönlicher Blick auf Musikalität und Selbstüberschätzung

Ich kenn das selbst – als Tango-Lehrer steht man dauernd zwischen zwei Welten: Technik und Tanz. Und oft verliert man dabei das Wichtigste aus den Augen – den Tango als Musik.

Ich ertappe mich immer wieder dabei, zu sehr an Haltung, Schrittlänge oder Achse zu feilen, statt mich zu fragen: Hilft das meinen Schülern, die Musik besser zu hören? Oder hilft es ihnen nur, „sauberer“ auszusehen?

Viele hören nämlich gar nicht die Musik, sondern nur den Takt. Eins-zwei-drei-vier. Das ist okay für den Anfang, aber Tango ist so viel mehr. Es geht darum, die Stimmung, die Phrasen, den Atem der Musik zu spüren – und sie mit Bewegung zu beantworten.

Tango-Masterclasses

Tango-Masterclasses

oder: Den Nippel durch die Lasche ziehen Eigentlich wollte ich mich hier gar nicht auf eine Schlammschlacht einlassen, aber ich möchte auf mehrfach  geäußerte Kritik bezüglich meiner Sprache in meinem Blog eingehen. Außerdem ein Thema ansprechen, was mich schon länger beschäftigt: Tango Masterclasses!Da beide Themen zufällig über den nachfolgend genannten Blogger miteinander verkettet sind, dieser Artikel. Das Titelbild wird auch erst zum Schluss des Artikels verständlich.  Blogger Jochen Lüders widmete mir einen ganzen Artikel, in dem er mir eine „verschraubte […]

Neo-, Non-, oder Tango? – die ewige Diskussion

Neo-, Non-, oder Tango? – die ewige Diskussion

Ein weiterer Versuch zur Klärung

Ausnahme oder Regel?
Im letzten Artikel über „Das Konzept eines Tanzes“ bekam ich einen kritischen Kommentar von „Chicho Lüders“. Unter diesem Pseudonym bedankte er sich ironisch bei mir, den großen Tango-Spitzenpaaren endlich das „wahre Konzept des Tango“ erklärt zu haben. Als Beleg verwies er auf seine Blog-Seite, wo er Videos mit Spitzenpaaren präsentiert, die natürlich auch zu Neo- oder Non-Tango-Stücken hervorragend tanzen können. Nur: das ist nicht der Punkt.

Ich habe nie bestritten, dass Non- oder Neo-Tango tanzbar ist – schon gar nicht von Profis, die jedes Musikstück mit Eleganz und Können meistern. Aber wer diese Ausnahmefälle heranzieht, um die Regel zu beweisen, verfehlt das Thema.

Tango – ein Social Dance? Oder: Wann wird etwas wirklich sozial?

Tango – ein Social Dance? Oder: Wann wird etwas wirklich sozial?

In der Tango-Welt müsste ich mich wohl als Egoist bezeichnen – zumindest, wenn ich all das ernst nehme, was man so hört oder liest, was man in Milongas oder Tanzschulen angeblich „zu tun“ oder „zu leisten“ hat. Im Laufe meines Tangolebens sind mir viele Idealvorstellungen begegnet. Wenn ich sie alle erfüllt hätte, wäre ich heute ein wahrer Messias: ein Tango-Altruist, ein Retter der Damenwelt über 50, ein pausenlos beschäftigter, ehrenamtlicher Tangolehrer ohne Unterrichtsraum – vor allem aber: pleite, ausgebrannt und […]

Zwischen Milonga und Meme

Zwischen Milonga und Meme

Warum Generationenzuschreibungen die Gesellschaft – und den Tango – spalten

Es scheint, als würden sich die Generationen zunehmend nicht mehr verständigen, sondern abgrenzen – und das mit wachsender Schärfe.

Was bedeuten die Begriffe Boomer, Gen X, Y, Z eigentlich?
Welche gesellschaftlichen Leistungen und Versäumnisse werden diesen Gruppen zugeschrieben – und wie gerechtfertigt ist das?
Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Zuspitzung von Generationenkonflikten?
Und schließlich: Wie zeigen sich all diese Dynamiken in der Tangowelt?

Der stille Rückzug des Tango Argentino – Zu schwierig für die Masse?

Der stille Rückzug des Tango Argentino – Zu schwierig für die Masse?

Tango Argentino – ein Tanz, der oft mit Romantik, Nostalgie und einer Portion Pathos verkauft wird. Aber lassen wir die Phrasen mal beiseite. Tango ist keine Hochglanzbroschüre und auch kein folkloristisches Souvenir aus Buenos Aires. Tango ist komplex, fordernd und manchmal verdammt unbequem. Und gerade deshalb stellt sich eine provokante Frage: Passt so ein Tanz eigentlich noch in unsere Zeit? In eine Gesellschaft, die Freizeit nach Kalenderplantool, Lebensabschnittspartner:innen und Netflix-Slots organisiert? Immer mehr Menschen probieren Tango aus, ja. Es gibt […]

Klammer-Blues statt Tango? Wie wir gerade den Tanz verlieren

Klammer-Blues statt Tango? Wie wir gerade den Tanz verlieren

Wenn ich auf den heutigen Tango-Unterricht schaue und ihn mit dem von vor 20 Jahren vergleiche, fällt mir auf: Inhaltlich hat sich fast alles verändert – nicht unbedingt zum Besseren. Vieles ist heute zugänglicher, schlanker, funktionaler. Aber auch reduzierter. Repertoire, Anspruch und Motivation haben sich verschoben – bei Lehrenden wie bei Lernenden.

Diese Entwicklung betrifft nicht nur das, was im Unterricht vermittelt wird, sondern auch, wie in der Szene insgesamt gedacht und getanzt wird. Komplexität wird zur Ausnahme, stilistische Vielfalt weicht Konformität. Und selbst dort, wo Austausch möglich wäre, dominieren oft kurzfristige Eventformate oder Konsumstrukturen ohne nachhaltige Wirkung.

Dieser Artikel ist ein persönlicher Beitrag zur Bestandsaufnahme – und ein Versuch, Alternativen aufzuzeigen. Nicht als Rückblick auf „bessere Zeiten“, sondern als Einladung, gemeinsam über Strukturen nachzudenken, die wieder mehr Qualität ermöglichen.

Epoca de Oro

Epoca de Oro

…da gibts noch keinen Ersatz!  Aber… Der Begriff „Tango – Epoca de Oro – EdO“ besteht als Etikette für die goldene Epoche des Tangos und gleichzeitig als Qualitätstandard, der aber auch  gute Tanzbarkeit garantieren soll. Dieses Kriterium ist aber leider auf diese Zeit begrenzt, also gilt in den Milongas in Europa nicht vor dieser Zeit, zum Beispiel für Tangos der 30er. Warum eigenlich?  Wir sollten mal die allgemeinen Vorurteile auch anhand der damaligen Bedingungen überprüfen. Außerdem ist eine Erneuerung des […]

Bäume und Wälder

Bäume und Wälder

Bei einem kritischen Beitrag über „Encuentros? Nicht schon wieder!“ bekam ich unterschiedliche Kritiken und Kommentare ab. Positive und negative. Auch aus der Encuentro-Szene kamen zum Teil positive, sachliche Kommentare – meist Emails – (warum diese allerdings nicht öffentlich als Kommentar gesendet wurden, wage ich nicht zu begründen), als auch sehr negative – zum Teil höhnische Gelächter-Smileys in Facebook-Postings. Diese finde ich besonders perfide, weil sie noch nicht einmal inhaltlich eine Spur von Verständnis zeigen.  Selbst klar kommunizierte Aussagen, dass ich […]

Encuentros? Nicht schon wieder!

Encuentros? Nicht schon wieder!

Mit dem Thema „Encuentros“ werde ich sicherlich erstmal thematisch in der Ecke der Vorgestrigen geortet, weil meinem Artikel schon etliche Diskussionen darüber vorangingen und sich viele fragen werden, was Klaus Wendel dazu noch beisteuern möchte, wenn dieser noch dazu bekanntlich kein Freund dieser Events ist; denn es ist doch schon alles besprochen und oft durchgekaut worden. Vieles ja, aber noch nicht alles.  Etwas möchte ich gleich zu Anfang klarstellen: Ich möchte hier keinen verurteilen oder angreifen, weil er/sie Encuentros, Marathons […]

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