Die Chimäre „Tango Milonguero“ – wie eine soziale Erfahrung zum Tanzstil wurde

Die Chimäre „Tango Milonguero“ – wie eine soziale Erfahrung zum Tanzstil wurde

Was am Begriff „Tango Milonguero“ nicht stimmt


Seit fast zwei Wochen beschäftigen mich eine erbetene Buchrezension und eine daraus entstandene – viel zu lange – Diskussion mit dem Begriff des Milongueros (oder der Milongueras). Aus diesem Begriff möchte man einen eigenen Tanzstil, manchmal sogar einen besonderen Tango samt zugehöriger gesellschaftlicher Gruppe machen. Diesen Tango soll man entweder durch selbst erworbene Kenntnisse innerhalb einer Peergruppe oder durch den Unterricht jener Tangoschulen erlernen können, die „Tango Milonguero“ anbieten. Dass außerdem hier nur die maskuline Rolle als stilprägend bezeichnet wird, ist besonders merkwürdig. Hier bestehe ich ausnahmsweise mal auf das Gendern eines Begriffs: Milonguera!

Die Tangoszene und die Tangoschulen arbeiten schon lange daran, eine gewisse Mindestqualität des getanzten Tangos herzustellen. Der Erfolg ist sehr unterschiedlich. Man muss zugeben, dass die sichtbaren Ergebnisse angesichts der Zeit und der in Summe beträchtlichen Beträge, die für Unterricht ausgegeben werden, nicht immer überzeugen.

Daraus folgt jedoch nicht, dass Unterricht prinzipiell ungeeignet wäre oder dass eine besondere Gruppe von Milongueros über einen grundsätzlich anderen Zugang zum Tango verfügte. Zunächst müsste geklärt werden, was mit „Tango Milonguero“ überhaupt gemeint ist.

Der Ausdruck klingt, als bezeichne er einen eindeutig bestimmbaren Tanzstil. Tatsächlich verbindet er verschiedene Dinge, die nicht dasselbe sind: eine sichtbare Tanzform, einen sozialen Modus, eine erworbene Bewegungsqualität und die Identität eines Menschen, der über viele Jahre auf Milongas zu Hause ist.

Der Begriff ist deshalb eine Chimäre. Er täuscht eine Einheit vor, die erst durch die Vermischung unterschiedlicher Bedeutungsebenen entsteht.

Milonguero werden – aber richtig

Milonguero werden – aber richtig

Wie man aus einer Theorie eine eigene Tango-Welt mit eigener Sprache bastelt


Wer glaubt, die Online-Diskussion auf Helges Blog über Tom Tabaczynskis Buch Somatic Milonguero sei inzwischen beendet, kennt entweder das Internet schlecht oder Tom nicht gut genug. Aus einer Buchbesprechung ist längst eine Art tangologisches Konzil geworden, denn bevor man über Tango Milonguero sprechen darf, muss offenbar erst geklärt werden, was Tango ist, was Milonguero ist, was Bewegung ist, welche Bewegungen es überhaupt geben darf und welche Wörter man besser nicht benutzt, weil sie einen womöglich sofort als Anhänger des falschen Glaubens entlarven.

Das Ganze beruht auf einer ausgesprochen komplexen Theorie, die natürlich erst einmal richtig verstanden werden muss, bevor man sinnvoll darüber sprechen kann. Danach soll sie sich dann vermutlich ganz einfach verbreiten. Es gibt Menschen, die wollen einfach Tango tanzen, und es gibt Menschen, die möchten vorher sicherstellen, dass sie begriffen haben, warum ein Ocho kein Ocho ist, ein Pivot möglichst nicht Pivot heißen sollte und eine Bewegung zwar sichtbar stattfinden darf, aber durch ihre Benennung möglicherweise schon wieder zum „Teacher Tango“ wird. So wächst aus einem ursprünglich recht einfachen Wunsch – gemeinsam Musik zu tanzen – langsam eine vollständige Weltanschauung. Fehlt eigentlich nur noch ein Staatsgebiet.

Aber ich habe trotzdem viel gelernt – seht her…

Tango als Gesellschaftstanz

Tango als Gesellschaftstanz

Warum räumlich begrenztes Tanzen allein kein Qualitätsmerkmal ist


Vielleicht müsste man beim Tango gelegentlich wieder bei den einfachsten Dingen anfangen. Nicht bei Stilbezeichnungen, historischen Legenden oder der Frage, welche Milonga angeblich den „eigentlichen“ Tango bewahrt hat, sondern bei einer ziemlich banalen Tatsache:

Tango ist ein Gesellschaftstanz.

Das bedeutet zunächst einmal nichts Geheimnisvolles. Mehrere Paare teilen sich einen Tanzraum. Und sobald mehrere Menschen dieselbe Fläche benutzen, muss dieser Raum untereinander aufgeteilt werden.

Gedanken über Tango Unterricht | 64. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 64. Teil

Tango Discovery® – eine geniale Idee, die sich selbst im Weg stand


Wenn heute von Tango Nuevo die Rede ist, denken viele an offene Umarmung, große Bewegungen, Colgadas, Volcadas und an einen Tanzstil, der irgendwann ziemlich spektakulär wurde. Das trifft zwar einen Teil seiner späteren Erscheinungsform, aber nicht das, was mich daran ursprünglich interessiert hat. Der entscheidende Schritt geschah schon in den 1990er-Jahren, als Gustavo Naveira und Fabián Salas begannen, Tango systematisch zu untersuchen. Nicht mehr nur: Welche Figuren gibt es und wie werden sie getanzt? Sondern: Welche strukturellen Möglichkeiten stecken eigentlich hinter diesen Figuren? Salas beschrieb später selbst diese Suche nach einer grundlegenden Struktur und nach den Wahlmöglichkeiten, die sich daraus ergeben. Chicho Frúmboli kam zu dieser Entwicklung hinzu und wurde einer ihrer wichtigsten tänzerischen Vertreter.

Das klingt heute vielleicht selbstverständlich. Damals war es das überhaupt nicht. Tango wurde überwiegend über Bewegungen und Figuren weitergegeben, die bereits existierten. Natürlich hatten gute Tänzer schon immer improvisiert, verändert und neue Lösungen gefunden, aber die Frage, ob sich die Gesamtheit dieser Möglichkeiten systematisch untersuchen lässt, war etwas anderes. Genau darin lag der Keim dessen, was später Tango Nuevo genannt wurde. Das Neue war für mich zunächst gar kein neuer Stil, sondern eine neue Art, über Tango nachzudenken.

Gedanken über Tango Unterricht | 62. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 62. Teil

>Improvisation im Tango beginnt mit Ordnung


Warum Anfänger klare Anleitungen brauchen – und Freiheit im Tango erst dann entsteht, wenn man etwas hat, worüber man entscheiden kann
Aus Anlass eines Blogs, der freies Lernen durch bloßes Ausprobieren propagiert, möchte ich dieses Märchen ein letztes Mal widerlegen. Nicht, weil ich grundsätzlich etwas gegen freies Lernen hätte. Im Gegenteil: Ich würde mich freuen – ja, wirklich freuen –, wenn dieses Konzept beim Tango zuverlässig funktionieren würde.

Nur warte ich bis heute auf belastbare Belege dafür. Eine kühne Behauptung wird schließlich nicht dadurch wahr, dass man sie oft genug wiederholt. Behaupten kann jeder, was ihm gerade einfällt. Interessant wird es erst dort, wo jemand zeigen kann, dass ein solcher Ansatz Anfänger tatsächlich zu einem funktionierenden gemeinsamen Tanz führt.

Gedanken über Tango Unterricht | 61. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 61. Teil

Der Schritt ist die Entscheidung

Warum sieht Tangogehen bei guten Tänzern so einfach aus?

Das Gehen im Tango wird oft als eine der schwierigsten Bewegungen überhaupt empfunden. Man übt und feilt jahrelang daran, und trotzdem sieht es manchmal noch ganz anders aus als bei wirklich guten Tänzerinnen und Tänzern. Bei ihnen scheint jeder Schritt genau dort zu landen, wo er hingehört. Da rutscht nichts nach, da wird nicht herumgeschlurft, und trotzdem wirkt die Bewegung weder steif noch angestrengt. Der Gang sieht federnd und kompakt aus, leicht und zugleich geerdet, kontrolliert und trotzdem locker und lässig.

Eigentlich müsste man dem Gehen deshalb im Training viel mehr Aufmerksamkeit schenken. Schließlich ist der modellierte Gang eines der wichtigsten musikalischen Ausdruckswerkzeuge, die wir beim Tango haben. Unsere Hände sind im Paartanz weitgehend mit anderen Aufgaben beschäftigt, also müssen Füße, Beine und Körper ausdrücken, was wir in der Musik hören. Trotzdem wird gerade das Gehen außerhalb des Unterrichts erstaunlich wenig geübt.

Dabei kennt fast jeder den Satz:
Wer gut geht, tanzt gut Tango.

Über Musikgeschmack lässt sich nicht herrschen

Über Musikgeschmack lässt sich nicht herrschen

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, wie viel Energie man damit vergeuden kann, sich mit Menschen, Texten und Debatten zu beschäftigen, die einen ärgern. Man liest, widerspricht, erklärt und verteidigt sich – und am Ende bleibt vor allem Erschöpfung. Gleichzeitig habe ich die Musik wiederentdeckt. Nicht nur den Tango, sondern vor allem die Oper und die klassische Musik: Liszt, Tschaikowski, Grieg, Dvořák, Beethoven. Musik, die eine andere Welt öffnet, eine Welt der Konzentration, der Empfindung, der Größe und manchmal auch des Trostes.

Gerade in einer Zeit, in der Krieg, Machtgier und Zerstörung wieder so viel Raum einnehmen, wirkt diese Musik wie eine Gegenbewegung. Nicht, weil Musik Kriege verhindern könnte. Sie macht Menschen auch nicht automatisch besser, schließlich gingen selbst Diktatoren in die Oper. Aber sie erinnert daran, wozu Menschen ebenfalls fähig sind: zu Schönheit, Zusammenarbeit, Disziplin, Fantasie und etwas, das weit über den Augenblick hinausreicht.
Jeder Tyrann kann eine Stadt zerstören. Keiner von ihnen könnte eine Beethoven-Sinfonie schreiben.

Gedanken über Tango Unterricht | 60. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 60. Teil

Die Musik wechselt, aber der Tanz bleibt derselbe

In den ersten acht oder zehn Jahren lassen viele Aficionados auf einer Milonga kaum eine Tanda aus. Ganz gleich, welches Orchester gespielt wird: Hauptsache tanzen. Eine Tanda folgt der nächsten, eine Partnerin der anderen, und besonders auf Festivals oder Marathons wird der Daueraufenthalt auf der Piste fast zu einem Beweis der eigenen Begeisterung. Die Tangoszene ist in diesem Sinne tänzerisch ausgesprochen promiskuitiv. Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Wer viel tanzt, sammelt Erfahrungen, lernt unterschiedliche Partnerinnen kennen und entwickelt körperliche Sicherheit. Ohne Wiederholung und Praxis wird niemand ein guter Tänzer.

Doch viel Tanzen ist nicht automatisch gutes Üben. Die körperliche und geistige Ausdauer für dauerhaft hohe Qualität ist begrenzt. Ein guter Tango verlangt Konzentration, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, in jedem Augenblick Musik, Partnerin und Raum wahrzunehmen. Nach vielen Stunden nimmt diese Aufmerksamkeit zwangsläufig ab. Dann greift der Körper auf das zurück, was ihm am vertrautesten ist. Die Bewegungen laufen scheinbar von selbst, und genau das kann sich wie ein tänzerischer Höhepunkt anfühlen. Man ist wie in Trance. Doch dieses Hochgefühl ist trügerisch. Mühelosigkeit kann Freiheit bedeuten, sie kann aber ebenso gut nur das automatische Abspulen längst eingeschliffener Muster sein.

Tango Voice – Was von einem Manifest übrig blieb

Tango Voice – Was von einem Manifest übrig blieb

Über Tango, Weltbilder und das Ende der Debatte

Manchmal lohnt es sich, zehn Jahre zurückzublicken. Nicht, weil man alte Rechnungen begleichen möchte, sondern weil man plötzlich erkennt, dass manche Debatten gar nicht alt geworden sind.

Ausgelöst wurde mein erneutes Interesse durch einen aktuellen Hinweis auf den amerikanischen Blog Tango Voice. Vor zehn Jahren sorgte dessen sogenanntes Tango Manifest für lebhafte Diskussionen – nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland. Damals übersetzte ein gewisser Blogger längere Passagen und machte den Blog hierzulande überhaupt erst einem größeren Publikum bekannt. Besonders der Blogger Yokoito setzte sich ausführlich und mit viel Ironie mit den dort vertretenen Positionen auseinander.

Ich habe die damalige Diskussion jetzt noch einmal gelesen. Dabei fiel mir etwas Überraschendes auf. Heute interessiert mich kaum noch, ob Tango Voice bei einzelnen Sachfragen recht oder unrecht hatte. Auch die Frage, ob der Blog jemals tatsächlich für die nordamerikanische Tangoszene sprach, erscheint rückblickend eher zweitrangig.

Viel interessanter ist etwas anderes: Die Debatte ist ein kleines Lehrstück darüber, wie Weltbilder entstehen. Wie aus persönlichen Vorlieben allgemeingültige Wahrheiten werden. Wie aus Geschmack plötzlich Moral wird. Und wie Kritik nicht mehr beantwortet, sondern erklärt wird.

Wenn aus Selbstverständlichkeiten Workshops werden

Wenn aus Selbstverständlichkeiten Workshops werden

Zunächst einmal muss man fair bleiben: Wer bei einem Workshop nicht dabei war, weiß nicht, was dort wirklich gemacht wurde. Man kennt vielleicht eine Ankündigung, einen Werbetext, einen nachträglichen Blogbeitrag oder ein paar Fotos. Daraus lässt sich kein seriöses Urteil über die praktische Arbeit ableiten. Vielleicht gab es gute Übungen, präzise Korrekturen und einen echten Nutzen für die Teilnehmenden. Vielleicht war der Workshop sogar hervorragend. Man weiß es nicht. Und genau darum geht es hier: nicht um die tatsächliche Qualität […]

Wenn Wissen und Erfahrung als elitär gelten

Wenn Wissen und Erfahrung als elitär gelten

Was bedeutet eigentlich Wissen? Bevor man darüber spricht, ob sich jemand im Tango für besonders kompetent, überlegen oder gar „elitär“ hält, müsste man zunächst eine grundsätzlichere Frage stellen: Was ist Wissen überhaupt? Wissen ist mehr als eine feste Meinung. Es ist auch mehr als eine Ansammlung von Informationen, Zitaten und persönlichen Erlebnissen. Wissen entsteht durch Lernen, Erfahrung, Beobachtung, Vergleich und Überprüfung. Es zeigt sich darin, dass jemand Zusammenhänge erkennt, begründete Urteile fällen kann und zugleich weiß, wo die Grenzen des […]

Was macht eigentlich eine Umarmung mit uns?

Was macht eigentlich eine Umarmung mit uns?

Manchmal stolpere ich im Internet über Beiträge, bei denen ich zunächst denke: Ach komm, das ist wieder eines dieser Videos, die mit ein bisschen Wissenschaft möglichst viel Aufmerksamkeit erzeugen wollen. So ging es mir auch diesmal. Ein Video behauptet, eine zwanzig Sekunden lange Umarmung könne den Herzschlag verlangsamen, den Blutdruck senken und den Körper innerhalb kürzester Zeit aus dem Stressmodus holen. Das klingt zunächst ziemlich spektakulär, vielleicht sogar ein wenig nach populärwissenschaftlicher Übertreibung. Ich habe mir das Video trotzdem angesehen. […]

Verstehen wir den Tango eigentlich?

Verstehen wir den Tango eigentlich?

Wir Tango-Tänzerinnen und Tango-Tänzer hier in Deutschland und in den umliegenden Ländern wachsen nicht mit dem Tango auf. Jedenfalls nicht so, wie Menschen in Buenos Aires mit ihm aufwachsen können. Wir bringen unsere eigenen Kulturen mit. Unsere regionalen Bewegungs-Codes. Unsere Vorstellungen von Nähe. Unsere Erfahrungen mit Körperkontakt. Unsere Hemmungen. Unsere Art, miteinander umzugehen. Auch unsere Vorstellungen davon, was zwischen Männern und Frauen möglich, angenehm, peinlich oder selbstverständlich ist. Und dann kommt dieser Tanz. Ein Tanz aus einer anderen Kultur. Entstanden […]

Gedanken über Tango Unterricht | 58. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 58. Teil

Tango-Workshops und das große Vergessen

Tango-Workshops haben ihren Reiz.

Man fährt hin, weil man neue Impulse sucht. Weil man sich im eigenen Figuren-Biotop ein wenig langweilt. Weil man sehen will, was andere Lehrer machen. Weil man hofft, dass da etwas dabei ist, was den eigenen Tango wieder ein Stück weiterbringt. Und manchmal passiert genau das.

Ein guter Workshop kann Spaß machen. Man sieht gute Tänzer, manchmal sogar sehr gute. Man bekommt Vorbilder, die beflügeln. Man lernt neue Leute kennen. Man merkt, dass andere mit ähnlichen Problemen kämpfen: Balance, Führung, Timing, Musik, Orientierung. Das ist tröstlich.

Ein Workshop ist eben nicht nur Unterricht. Er ist auch ein Ereignis. Ein Ausflug. Eine kleine Frischluftzufuhr für den eigenen Tango-Alltag.

Also nein: Ich halte Workshops nicht grundsätzlich für Unsinn.
Aber man sollte wissen, was sie leisten können – und was nicht.

Gedanken über Tango Unterricht | 51. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 51. Teil

Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden

Ich bin beim Lesen auf einem anderen Blog auf einen Tangolehrer gestoßen, den ich schon aus einem anderen Zusammenhang zumindest in Videos wahrgenommen hatte. Er nennt sich Miles und betreibt eine umfangreiche Webseite über Tango-Unterricht. In einigen seiner Videos demonstriert er typische Fehler von Tänzern. Teilweise empfand ich diese Art der Darstellung als überheblich, weil sie für mich weniger nach Erklärung als nach Nachäffen aussah.

Aber darum soll es hier nicht in erster Linie gehen.

Ich möchte Miles nicht persönlich angreifen. Er dient mir in diesem Artikel eher als Beispiel für eine Falle, in die Tangolehrer geraten können. Und ich sage ausdrücklich: in die auch ich früher geraten bin. Diese Falle heißt Selbstgewissheit.

Über Kleidung in Milongas

Über Kleidung in Milongas

oder Freiheit und Ästhetik Da ich nun ein heikles Thema ansprechen werde, ist es mir schon in dieser Einleitung wichtig zu betonen, dass ich hier eine Meinung vertrete und keinen Tango-Kleidungs-Knigge schreiben möchte. Jede und jeder Tango-Tänzer zieht sich ohnehin so an, wie es ihm selbst gefällt, anderen gefällt oder wie man meint, dass es anderen gefallen könnte. Ich habe im Laufe der Jahre schon die skurrilsten Modevorschläge gesehen: vom Survival-Look bei Männern, bei dem der Gürtel mit allerlei Werkzeugen […]

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