Einsichten
Warum ich auf dieser Bühne nicht mehr mitspiele

Warum ich auf dieser Bühne nicht mehr mitspiele

Meine Analyse zu Gerhard Riedls öffentlichem Kommunikationsstil als PDF

Einsicht ist der erste Schritt

„Einsicht ist der erste Schritt“, sagt man oft. In meinem Fall stimmt das nur halb. Die Einsicht war früh da. Umgesetzt habe ich sie viel zu spät.

Ich meine damit die jahrelange öffentliche Auseinandersetzung mit jenem Blogger, den ich lange nur den „gewissen Blogger“ genannt habe: Gerhard Riedl.

Ich habe damit Leserinnen und Leser verschreckt. Manche haben sich von meinem Blog zurückgezogen, weil sie über Tango lesen wollten – nicht über den endlosen Rentnerstreit zweier verbohrter Männer. Und ja: Das kann ich ihnen nicht einmal übelnehmen.

Ich habe mehr als einmal angekündigt, Riedl künftig zu ignorieren. Gehalten habe ich es nicht. Mein Ego war erfinderisch genug, dafür immer wieder eine edle Begründung zu finden: Die Öffentlichkeit müsse doch sehen, was an seinen Behauptungen falsch ist. Man dürfe seinen Unsinn nicht unwidersprochen stehen lassen. Die Leserinnen und Leser müssten gewarnt werden.

Das klang gut. Es war aber nur die halbe Wahrheit.

Die andere Hälfte ist unbequemer: Ich habe zu spät begriffen, dass es in dieser Auseinandersetzung gar nicht wirklich um Tango ging. Tango war oft nur die Kulisse. Der eigentliche Mechanismus war ein anderer: Widerspruch wurde nicht aufgenommen, sondern verwertet. Sachliche Einwände wurden zu Stichworten für neue Pointen. Aus Kritik wurde Material. Aus Diskussion wurde Bühne.

Diese Einsicht kam spät. Zu spät. Eigene Dummheit.

Den Absprung habe ich letztlich auch dank einer Freundin geschafft, die Ähnliches mit Riedl erlebt hatte. Sie brachte auf den Punkt, woran ich mich jahrelang abgearbeitet hatte: Man kann argumentativ recht haben und kommunikativ trotzdem verlieren. Nicht, weil die eigenen Argumente schwächer wären. Sondern weil man in ein Spiel hineingezogen wird, dessen Regeln nicht auf Klärung angelegt sind.

Genau das wollte ich noch einmal verstehen. Nicht, um die nächste Runde zu eröffnen, sondern um sie zu beenden.

Ich wollte analysieren, worauf ich hereingefallen bin – und worauf auch andere Kommentatoren hereingefallen sind, die immer wieder gegen Riedl argumentierten und am Ende gegen eine Wand liefen. Ihnen fiel nicht auf, dass sie es nicht nur mit anderen Meinungen zu tun hatten, sondern mit einem Kommunikationsstil, der Widerspruch absorbiert, umdeutet und als neues Material benutzt.

Mir fiel es lange auch nicht auf.

Dabei meine ich nicht, dass ich Riedl argumentativ nicht gewachsen gewesen wäre. Im Gegenteil. Aber kommunikativ war ich es nicht immer. Denn um solche Mechanismen zu erkennen, muss man sehr genau hinsehen. Rhetorische Tricks sind alt. Sie können kluge Menschen, Richter, Politiker, Lehrer, Journalisten und Leser täuschen. Nicht weil diese Menschen dumm wären, sondern weil solche Tricks nicht sofort als Tricks erscheinen.

Die Werkzeugkiste ist gut gefüllt: Strohmann-Argumente, persönliche Angriffe, falsche Analogien, Ablenkungsmanöver, das Verschieben der Beweislast, Rosinenpickerei, Suggestivfragen, Scheinalternativen, das ständige Verschieben der Torpfosten, scheinbare Bescheidenheit nach vorherigem Rundumschlag, und natürlich die nachträgliche Flucht in die angebliche Satire.

Ich habe diese Nebelkerzen in Riedls öffentlichem Kommunikationsstil herausgesucht. Nicht, um ihn als Privatmenschen zu beurteilen. Sondern um zu zeigen, warum es sinnlos ist, zu glauben, man könne in diesem Rahmen etwas klären.

Argumentativ kann man ihm widersprechen. Natürlich. Aber in einer öffentlich beobachteten Diskussion gewinnt nicht automatisch das bessere Argument. Oft gewinnt die schnellere Pointe, die bessere Pose, die hartnäckigere Wiederholung, die geschicktere Ablenkung.

Auch Cicero wurde nicht dadurch groß, dass er immer nur sachlich recht hatte. Er war ein Meister der Wirkung. Und genau dort liegt die Gefahr jeder Debatte: Wer nur auf die Sache schaut, übersieht manchmal, dass der andere längst auf der Bühne steht.

Nun bin ich gespannt, wie sehr sich jemand geschmeichelt fühlt, wenn man ihn mit Cicero in Verbindung bringt. Gemeint ist es nicht als Orden, sondern als Warnschild.

Wie Gerhard Riedl auf diesen Artikel und auf meinen PDF-Text reagieren wird, ist schon absehbar. Es ist leicht geworden, seine Reaktionen vorauszusehen. Zum Beispiel wird er bestreiten, das Wort „Lemminge“ benutzt zu haben, er nennt es „Konformismus“, aber benennt genau das Phänomen, was das Wort Lemminge aussagt.
Von mir aus soll er sich erstmal an diesem Text abarbeiten und wir können dabei gelassen beobachten, wie sehr er meine Analyse bestätigen wird. 

Hier ist meine Analyse als PDF zum Herunterladen. Reicht sie gern weiter an alle, die Gerhard Riedl lesen oder schon einmal geglaubt haben, man könne mit ihm eine normale Diskussion führen:

Gerhard Riedl und die Debatte als Bühne
Eine persönliche Einordnung seines öffentlichen Kommunikationsstils

1 thought on “Warum ich auf dieser Bühne nicht mehr mitspiele

    • Author gravatar

      Von Klugscheißern und Angebern …

      … davon liest man in Blogs immer wieder. Und damit es nicht persönlich wird, nenne ich keine Namen.

      Ein gewisser Tango-Blogger wird beispielsweise nicht müde, seine Zugriffszahl bekanntzugeben. Zwei Millionen Zugriffe sollen es bald sein. Wui – das muss ja ein weltbekannter Blogger sein! Doch was bedeuten ‚Zugriffe‘ auf eine Website? Nüchtern betrachtet: gar nichts. Ein Beispiel aus meiner eigenen Webstatistik:
      25.04.2026: Zugriffe: 1.466, Besuche: 212
      18.04.2026: Zugriffe: 945, Besuche: 331
      12.04.2026: Zugriffe: 8.790, Besuche: 316
      Die Anzahl der Zugriffe sagt also nichts über die Zahl der Besuche aus und zwar wirklich GAR nichts.
      [Wem langweilig ist und wer wissen will, was Zugriffszahlen in der Webstatistik bedeuten, kann dies im Web nachlesen.]

      Stellt sich also die Frage, wie viel Interesse dieser Blogger-Angeber denn eigentlich erweckt. Besuchen wir einmal seine Facebook-Seite, wo er jeden seiner Blogartikel brav bewirbt: Die Likes, die er dort für seine Artikel bekommt, kann man – wenn überhaupt! – an einer Hand abzählen. Und diese Likes kommen immer von den gleichen zwei bis drei Personen – darunter natürlich auch die Gattin des Blogbetreibers. Dennoch behauptet der Angeber 300 Leser pro Tag(!!!) zu haben. Naja, wenn er meint – vermutlich braucht er das dringend für sein Ego.

      Und natürlich betreibt der Klugscheißer auch einen eigenen Videokanal: Dort findet man über 100 Videos zum Thema Tango und Zauberei. Ganze 38 Abonnenten hat dieser Videokanal. Insgesamt 12.387 Aufrufe seit 2013. Das sind also täglich 2,6 Aufrufe – und jetzt sind wir der Wahrheit was tägliche Besucher betrifft schon etwas näher gekommen.

      In seinem Arbeitszimmer, wo der Klugscheißer zahlreiche Portraits von sich selbst hängen hat (das braucht er offensichtlich ebenso für sein Ego), dreht er Videos, die angeblich den Tango erklären oder gute Tipps für Tänzer geben. Da faselt der Klugscheißer von Phrasierung wobei er mit seinen Fingern theatralisch bis Acht zählt – doch als seine eigene Theorie nicht stimmt, hört der Klugscheißer plötzlich mit seiner dämlichen Zählerei auf. Da wird ihm der Rhythmus wohl zu kompliziert. „Wie kann man das lernen?“ fragt sich der Klugscheißer. Naja, SO hoffentlich gar nicht!

      Und dann verweist der Klugscheißer und Angeber immer wieder auf seine eigenen Tanzkünste, die er als Video festgehalten hat und ebenso auf Youtube zu bewundern sind. Doch was sieht man auf diesen Videos? Zappelnde Füße bis maximal Kniehöhe. Mehr nicht. Was soll man daran erkennen? Bestenfalls dass der Klugscheißer keine Ahnung vom Tanzen hat, denn sonst wüsste er, dass Tanzen etwas mit Bewegung als Gesamtheit (als Paar) und nichts mit Schritten zu tun hat.

      Zu guter Letzt wird der Klugscheißer nicht müde, Tangolehrer zu kritisieren, denn seiner Meinung nach braucht man diese ja gar nicht. Großmaulig behauptet der Blogger von sich selbst, jahrelang Tanzsportturniere getanzt zu haben. Natürlich hatte er dazu einen (oder mehrere) Tanztrainer. Leider war seine Tanzsportkarriere nicht von Erfolg gekrönt, denn das mit den Tanzturnieren ist schlicht und einfach erfunden und gelogen: der Angeber hat nämlich nie an einem Turnier teilgenommen sondern lediglich an Breitensportwettbewerben. Dennoch bezeichnet sich das Großmaul als Turniertänzer im Bereich Standard und Latein.

      Fazit: Nicht alles glauben, was so manche Klugscheißer und Angeber von sich geben!
      Tipp an alle Tänzer (ob Anfänger oder Fortgeschritten): Sucht euch gute Tanzlehrer oder -trainer und glaubt nicht jedem Blogger! Selbst Weltmeister brauchen Trainer – sich das Tanzen alleine (oder im Paar) erarbeiten zu können, ist ein Blogger-Märchen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.

Datenschutzerklärung