Gedanken über Tango Unterricht | 7. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 7. Teil

Teil 7: Das gekreuzte Schrittsystem – el sistema cruzado

Ein sehr komplexes Thema beschreibe ich in diesem Beitrag. Es gibt kaum Bewegungsabläufe, die schriftlich so schwer zu formulieren sind wie z.B. ‚alteraciones‘ oder Richtungs- und Bezugssysteme im gekreuzten Schrittsystem. Deshalb nimmt dieses Thema hier auch so viel Raum ein, weil ich selbst fast ausschließlich in diesem System tanze – aus vielerlei Gründen […]

Gedanken über Tango Unterricht | 6.Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 6.Teil

Teil 6: Figuren, Sequenzen und die Improvisation

Was braucht man auf einer gefüllten Tanzpiste, um von Beginn an, also als Tango-Anfänger, improvisieren zu können?

Im Tango Rioplatense sind Figuren weit mehr als bloße Schrittfolgen – sie sind Werkzeuge der Kommunikation, der Musikalität und der Orientierung. Auf der Tanzfläche einer Milonga helfen sie, sich im Raum zu bewegen, mit anderen Paaren zu koexistieren und die Musik im Moment zu interpretieren. Ganz anders auf der Bühne: Im Tango Escenario werden Figuren choreografiert, dramatisiert und stilisiert – sie dienen nicht dem sozialen Miteinander, sondern der visuellen Wirkung, der Spannung und dem erzählerischen Ausdruck.

Doch auch auf der Tanzfläche entstehen oft kleine Sequenzen: vertraute Kombinationen, die aus dem Repertoire abrufbar sind und dennoch variabel bleiben. In diesem Beitrag geht es darum, wie Figuren im Tango funktionieren und wie sich aus ihnen sowohl strukturierte Abläufe als auch improvisierte Momente entwickeln können.

Pörnbach und die Ehre des Kritikers

Pörnbach und die Ehre des Kritikers

Ein satirischer Blick auf Bemühungen eines Kritikers von Christian Beyreuther   Prolog:Gerhard Riedl schreibt in seinem neusten Artikel über Befähigung als Kritiker und bezieht sich dabei auf Marcel Reich-Ranicki, eine der schillerndsten, kontroversesten Figuren der deutschen Kulturkritik heran, um eine Analogie zu konstruieren, die seinen eigenen Kritikerstatus adelt: TITEL: EIN BOSHAFTER AUTODIDAKT Problematisch: Reich-Ranicki hatte nie ein Problem, sich öffentlich angreifbar zu machen – er zeigte sich, stritt live, hatte Diskurs auf Augenhöhe und hatte die Bücher gelesen. die er […]

Gedanken über Tango Unterricht | 5. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 5. Teil

Teil 5: Die ‚base‘ oder ‚paso basico‘ im parallelen Schrittsystem

In diesem Kapitel möchte ich über die „base“ schreiben, weil ich von Kommentatoren darauf angesprochen wurde und ich dieses leidige Thema mal in Bezug zum Tango Unterricht beleuchten möchte. 

Ich bezieh mich dabei auf Gespräche und Unterricht bei der Generation der 50-60er Jahre wie Edurado Arquimbau, Antonio Todaro und Pepito Avellaneda, die diesen als Grundstock der Tango Ausbildung betrachteten und diesen „paso basico“ auch tanzten. 

Gedanken über Tangounterricht | 4. Teil

Gedanken über Tangounterricht | 4. Teil

Teil 4: Das Gehen – Fortbewegung oder musikalischer Dialog? oder
Wie das Gehen zum Tanz wird

Es gibt, glaube ich, nichts, was mich beim Tango lernen – und unterrichten – so sehr beschäftigt hat wie das „Gehen“.
Soll doch die Grundbewegung beim Tangotanzen aus dem scheinbar Einfachsten bestehen.
Einfach? Nein. Denn wenn man den Sinn des „Gehens“ nicht versteht, wird daraus genau das, was man auf deutschen Tango-Pisten leider allzu oft beobachten kann: langweiliges Herumlatschen – ohne jeglichen tänzerischen Esprit.
Und das liegt wohl an der Deutung des Wortes „Gehen“.
Ich wage in diesem Blogartikel eine kleine Analyse. Mancher Leser mag sich fragen, ob einige Punkte nicht zu banal und selbstverständlich erscheinen. Sind sie aber nicht!

Gedanken über Tango Unterricht | 3. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 3. Teil

Teil 3: Über Achsen im Tango, insbesondere im ‚ocho‘

Seitdem ich Tango tanze, habe ich bei vielen Tangotänzer:innen beim Wort „Achse“ viele seltsame Vorstellungen darüber herausgehört. Zum Beispiel „Ich habe meine Achse verloren.“ Wobei wohl einfach nur das verlorene Gleichgewicht gemeint war.
Oft wird nur von der Achse – wie „von einer Achse“ – gesprochen, dabei ist vielen nicht bewusst, welche Achse bei der jeweiligen Bewegung relevant ist.
Richtig gelesen:
Es gibt mehrere Achsen, die für uns Tänzer:innen relevant sind. Grund genug, das Thema einmal differenziert und verständlich aufzubereiten.

Epilog Drama Riedl: Vom Breitensport zum Breitmaul – wie man sich aus Altpapier eine Kritikerkarriere bastelt

Epilog Drama Riedl: Vom Breitensport zum Breitmaul – wie man sich aus Altpapier eine Kritikerkarriere bastelt

Gerhard Riedl zitiert sich selbst, nennt sein Buch Beweis und wundert sich, dass keiner mehr diskutieren will – vielleicht, weil er denkt, wir hätten ihn vergessen. Keine Sorge, Gerhard: Haben wir nicht. Tun wir ihm den Gefallen, noch einmal über sein Stöckchen zuspringen. In seinem letzten Artikel setzt Gerhard Riedl nochmal an. Keine Spur eines Versuches, seine Expertise als Dauerkritiker zu belegen. Stattdessen zieht er verstaubte Aktenorder aus dem Schrank oder eher Dachboden. https://milongafuehrer.blogspot.com/2025/04/aus-meinen-alten-turnier-zeiten.html Jetzt ist es raus:Gerhard Riedl hat an 40 Breitensportturnieren […]

Gedanken über Tangounterricht | 2. Teil

Gedanken über Tangounterricht | 2. Teil

Teil 2: Der Kontakt, die Umarmung und die Kunst der Führung

Im zweiten Teil meiner „Gedanken über Tangounterricht“ geht es um zwei zentrale Themen:
In beiden geht es um den Kontakt im Paar – erst um den körperlichen – die Umarmung, und dann  um den mentalen Kontakt, der über die Umarmung „spricht“. Beides ist auch auschlaggebend, wie sich das Paar gemeinsam  bewegt.

Ein weiteres Thema, das ich anschneide, ist die sogenannte „Führung“ – oder neutraler: die „Impulsgebung“. Ein komplexes Feld, das, je nachdem, wie man es betrachtet, gleich eine Lawine an „Abers“ und „Ja, aber doch so!“-Kommentaren auslösen kann. Aber gut, Tango wäre nicht Tango, wenn alles eindeutig wäre.

Gedanken über Tango Unterricht | 1. Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 1. Teil

Teil 1: Der Einstieg – Unterricht für Anfänger

Dies ist der erste Teil eines thematisch umfassenderen Beitrags, den ich vor etwa einem Jahr begonnen, dann aber pausiert habe. Jetzt greife ich ihn wieder auf, weil mir das Thema nach wie vor am Herzen liegt: der Tango-Unterricht.
Im Fokus dieses ersten Teils steht der Einstieg – also der Unterricht für Tango-Anfänger.

Die Umarmung – Attitüde oder Wunsch nach Nähe? (Teil 2)

Die Umarmung – Attitüde oder Wunsch nach Nähe? (Teil 2)

Einleitung: Vor einigen Jahren habe ich mich mit der Frage beschäftigt, ob die enge Tango-Umarmung – el abrazo – eher Pose und Attitüde oder Ausdruck eines echten Nähebedürfnisses ist. Damals fiel es mir schwer, mich eindeutig festzulegen. Ich hatte noch einen 2.Teil über dieses Thema versprochen, den ich jetzt nachhole. Inzwischen sind etliche Tandas vergangen, ich habe so einige Umarmungen erlebt, Unterricht gegeben und Diskussionen verfolgt. Heute, mit mehr Erfahrung und Reflexion, möchte ich diese Frage erneut aufgreifen und klarer […]

Tangoblogs und KI

Tangoblogs und KI

ChatGPT, Ich und der Tangoblog – oder: Wer schreibt hier eigentlich? Immer mal wieder zweifle ich beim Schreiben an meinen Blogtexten.Nicht am Thema – das ist meist klar. Sondern am Ton, an der Formulierung, am roten Faden. Und irgendwann denke ich:Was wäre, wenn ich mir beim Schreiben helfen lasse?Nicht von einem Co-Autor, einem Lektor oder meiner Tochter, einer erfahrenen Journalistin, sondern – von einer künstlichen Intelligenz.Der Grund dieses Beitrags: TransparenzUm es vorwegzunehmen: Diesen Text habe ich ohne ChatGPT geschrieben. Zwischen Textverarbeitung […]

Tango  bewerten …und wozu?

Tango bewerten …und wozu?

Ich bin bei den letzten Artikeln auf eine grundlegendes Thema gestoßen, dass ich immer schon behandeln wollte: Die Bewertung von Tangopaaren oder Was macht einen guten Tango aus? Warum wird ein und der selbe Tanz von Zuschauern so unterschiedlich betrachtet. Ist das eigene Erfahrungsfeld dafür entscheidend? Steht es uns zu, Paare zu bewerten, wenn wir doch nicht erahnen können, wie er sich für das jeweilige Paar anfühlt? Geht hier Spaß vor Ästhetik? Muss ein Tango in der Milonga elegant, aber […]

Kritik an der Kritik – und warum ich heute anders denke

Als ich vor ein paar Tagen meinen Blog wieder öffnete, las ich mir meine älteren Artikel durch und ich traute meinen Augen nicht: Das alles habe ich mal geschrieben? Es wird Zeit das mal thematisch neu zu behandeln, aber soweit kam ich erst garnicht. Da war zuerst das Thema „Gerhard Riedl“, das mich sehr beschäftigte. Nun haben mich die Ereignisse überholt:Gerhard Riedl hat in seinem Blog auf einen alten Text von mir verwiesen – „Bäume und Wälder“ –, in dem […]

Epilog – Offener Brief an Frau Karin Law Robinson-Riedl

Epilog – Offener Brief an Frau Karin Law Robinson-Riedl

https://milongafuehrer.blogspot.com/2025/04/kompetenz-uberprufung.html Endlich lacht Riedl – vermutlich, weil er die eigentliche Frage wieder erfolgreich umtanzt hat.Riedl schreibt lieber Satire als Antworten – schade, dass Rückgrat sich nicht in Wortspielen versteckt. Aber ich möchte auch darlegen, was wir von Gerhard Riedl eigentlich verlangten, denn es sah sehr nach Provokation und Kompetenzrangelei aus. Frau Law Robinson-Riedl, die Ehefrau von Gerhard, hat mich in Ihrem öffentlichen Kommentar auf eine Frage zur nötigen Qualifikation eines Kritikers aufmerksam gemacht. hier ist meine Antwort: Liebe Frau Law […]

Christian Beyreuthers Brief an Karin Law Robinson-Riedl

Betreff: Nur der Name war falsch – der Rest war echt! Liebe Karin, lieber Gerhard, da es offenbar Zweifel gibt, ob der Kommentar tatsächlich von mir stammt, möchte ich das hiermit gern bestätigen: Ja, der Text stammt von mir. Ich habe ihn formuliert, Klaus hat mir dabei geholfen, ihn zu veröffentlichen – weil ich derzeit in Belgien bin, nur mein Smartphone zur Verfügung habe und nicht durch eure Blogkommentarfunktionen komme. Dass mein Nachname dabei falsch geschrieben wurde, lag schlicht daran, […]

5. Kapitel | „Vom falschen Nachnamen zum Nebenschauplatz – wenn Stil vor Inhalt flüchtet“ oder „Das Ende vom Drama“

5. Kapitel | „Vom falschen Nachnamen zum Nebenschauplatz – wenn Stil vor Inhalt flüchtet“ oder „Das Ende vom Drama“

Es geht in die nächste Runde, statt wie von seiner Frau Karin angeraten zum Osterfrieden überzugehen, wird wieder ein Nebenschauplatz eröffnet, dieses Mal mit scharfer Munition – mit justiziablen Anschuldigungen. So langsam wird’s absurd. Trump’sche Verneblungstaktik: Wird’s eng – greife an! In der aktuellen Diskussion rund um Gerhard Riedls verweigerte Teilnahme an einer Tangostunde bei einem Weltmeisterpaar ist nun auch der nächste erwartbare Schritt erfolgt: Ich werde gesperrt, und der Fokus wird von der Sache auf einen Tippfehler gelenkt. Was […]

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