Lernwiderstände beim motorischen Lernen
Warum so viele Tangotänzer in ihrer Entwicklung stagnieren
Gedanken über Tango Unterricht | 71. Teil
In meinem letzten Beitrag habe ich die Frage aufgeworfen, warum so viele Tangotänzerinnen und Tangotänzer trotz jahrelanger Erfahrung in ihrer tänzerischen Entwicklung stagnieren.
Darüber ließe sich ausgiebig diskutieren. Schwieriger scheint es allerdings zu sein, eine plausible Erklärung dafür zu finden. Wer die Ursachen vorschnell auf Faulheit oder mangelnde Begabung zurückführt, macht es sich meiner Meinung nach zu einfach und übersieht möglicherweise die eigentlichen Schwierigkeiten des Lernens.
Ich möchte deshalb versuchen, dieser Frage etwas genauer nachzugehen. Meine Überlegungen beruhen auf meinen Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis und auf umfangreicher Lektüre zur Lernforschung, mit der ich mich immer wieder beschäftigt habe.
Ein Aspekt wird dabei im Unterricht häufig vernachlässigt: der Umgang mit dem Scheitern. Weil Scheitern als etwas Negatives empfunden wird, versucht man, es möglichst zu vermeiden oder schnell darüber hinwegzugehen. Dabei kann gerade das Scheitern zu einem wichtigen Bestandteil des Lernprozesses werden, wenn man weiß, wie man damit umgehen muss.
Viele Tangoschüler wissen zu wenig über die Widerstände, die beim Lernen auftreten können. Sie erwarten, dass Lernen möglichst geradlinig verläuft und jeder Fortschritt auf dem vorherigen aufbaut. Wenn etwas trotz aller Bemühungen nicht gelingen will oder bereits Gelerntes plötzlich wieder misslingt, entsteht Frustration, im schlimmsten Fall sogar Resignation. Schwierige Lernsituationen werden dann häufig abgebrochen, bevor eine Lösung gefunden wurde. Wiederholt sich dieses Verhalten, bleiben die Schwierigkeiten ungelöst, während sich die vertrauten Bewegungsmuster immer weiter festigen. So kann aus der Vermeidung kurzfristiger Frustration eine langfristige Stagnation entstehen.
Ich möchte deshalb auf einige Erkenntnisse aus der Lernforschung eingehen, die erklären können, warum wir beim Erlernen oder Verändern von Bewegungen auf solche Widerstände stoßen. Die damit verbundene Frustration bezeichne ich gelegentlich als „Lernschmerz“.
Lernen verläuft nicht geradlinig
Ich sage meinen Schülern immer wieder: Der Mensch lernt in Schleifen. Manchmal verlaufen diese Schleifen auch nach hinten, bevor sie wieder nach vorne führen. Was gestern schon gut funktioniert hat, will heute plötzlich überhaupt nicht mehr gelingen. Eine Bewegung, die wir bereits verstanden und mehrfach richtig ausgeführt haben, scheint wieder verschwunden zu sein. Und manchmal funktioniert sie einige Tage später ganz selbstverständlich, ohne dass wir genau erklären könnten, warum.
Während meiner Ausbildung zum Tango-Lehrer las ich das Buch „Abenteuer im Dschungel des Gehirns – Der Fall Doris“ von Moshé Feldenkrais. Feldenkrais beschreibt darin die Arbeit mit einer Frau, die infolge einer Hirnschädigung grundlegende Fähigkeiten neu erlernen musste. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir seine Beschäftigung mit vermeintlichen Rückschritten im Lernprozess. Was zunächst wie ein Verlust bereits erworbener Fähigkeiten erscheinen konnte, musste keineswegs bedeuten, dass das bisher Gelernte verloren war. Diese Vorstellung hat mein Verständnis vom Lernen nachhaltig beeinflusst.
Auch die motorische Lernforschung unterscheidet zwischen der augenblicklichen Leistung und dem tatsächlichen Erwerb einer Fähigkeit. Im Englischen werden dafür die Begriffe Performance und Learning verwendet. Eine Bewegung kann während einer Übung schlecht gelingen, obwohl langfristig durchaus ein Lernfortschritt stattfindet. Umgekehrt bedeutet eine kurzfristig gelungene Ausführung noch lange nicht, dass eine Fähigkeit dauerhaft erworben wurde.
Das ist ein wichtiger Unterschied, denn im Unterricht beurteilen wir häufig nur, was im Augenblick sichtbar ist. Wenn eine Bewegung misslingt, gilt sie schnell als nicht gelernt. Gelingt sie einige Male hintereinander, glauben wir dagegen, das Problem sei erledigt. Beides kann ein Irrtum sein. Natürlich ist nicht jedes Scheitern ein Fortschritt. Aber wer jede Schwierigkeit sofort als Rückschritt betrachtet, versteht möglicherweise nicht, was beim Lernen gerade geschieht.
Warum alte Gewohnheiten so hartnäckig sind
Dass wir immer wieder auf vertraute Bewegungsmuster zurückgreifen, hat auch eine neurobiologische Grundlage. Unser Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen, den sogenannten Neuronen. Sie stehen über Kontaktstellen, die Synapsen, miteinander in Verbindung. Beim Lernen verändern sich unter anderem die Verbindungen und die Zusammenarbeit zwischen diesen Nervenzellen.
Bereits 1949 beschrieb der kanadische Psychologe Donald Hebb einen wichtigen Zusammenhang, der später mit dem bekannten englischen Merksatz „Neurons that fire together, wire together“ zusammengefasst wurde. Sinngemäß bedeutet das: Nervenzellen, die wiederholt gemeinsam aktiv sind, können ihre Verbindungen verstärken.
Man kann sich das vereinfacht wie einen Weg über eine Wiese vorstellen. Wenn man einmal darübergeht, hinterlässt man kaum eine Spur. Benutzt man immer wieder denselben Weg, bildet sich allmählich ein deutlich sichtbarer Pfad. Irgendwann wird er ganz selbstverständlich benutzt. Ähnlich verhält es sich mit vielen unserer Bewegungsgewohnheiten. Was wir häufig wiederholen, wird zunehmend vertraut und kann schließlich weitgehend automatisch ablaufen.
Das ist zunächst eine großartige Fähigkeit. Wir könnten weder gehen noch tanzen, wenn wir jede einzelne Bewegung ständig bewusst organisieren müssten. Schwierig wird es allerdings, wenn wir ein bereits automatisiertes Bewegungsmuster verändern möchten. Dann genügt es nicht, zu wissen, wie eine Bewegung besser funktionieren könnte. Wir müssen eine neue Möglichkeit erlernen und so weit festigen, dass sie auch unter den gewöhnlichen Bedingungen des Tanzens zuverlässig zur Verfügung steht.
Der alte Weg ist vertraut, während der neue Aufmerksamkeit, wiederholte Versuche und häufig eine ganze Menge Geduld verlangt. Dabei kann es passieren, dass sich die alte Gewohnheit immer wieder durchsetzt, obwohl wir uns fest vorgenommen haben, etwas anders zu machen. Je häufiger wir anschließend zu dieser Gewohnheit zurückkehren, desto weniger Gelegenheit bekommt die neue Bewegung, sich zu festigen.
Beim Tango hängt alles miteinander zusammen
Beim Tango kommt noch eine Besonderheit hinzu, die das Verändern von Bewegungsgewohnheiten erheblich erschweren kann. Wir lernen eine Bewegung schließlich nicht unabhängig von allem anderen. Beim Tanzen laufen zahlreiche Vorgänge gleichzeitig ab. Wir hören die Musik, bewegen uns zu ihrem Rhythmus, nehmen die Umarmung und den Kontakt zu unserem Partner wahr, reagieren auf seine Bewegungen und orientieren uns im Raum. Alle diese Eindrücke und Bewegungsabläufe können sich im Laufe der Zeit miteinander verbinden. Was wir als eine einzelne Bewegung betrachten, ist häufig Bestandteil eines viel umfassenderen, eingeübten Zusammenspiels.
Nehmen wir beispielsweise einen Tänzer, der sich angewöhnt hat, seine Partnerin bei einer Drehung mit den Armen zu bewegen. Im Unterricht kann es ihm durchaus gelingen, diese Gewohnheit zu verändern. Er konzentriert sich auf seine eigene Körperbewegung und stellt fest, dass die Führung auch ohne den gewohnten Armeinsatz funktioniert. Sobald er aber wieder in die vertraute Umarmung geht, die Musik beginnt und seine Partnerin sich bewegt, ist plötzlich auch die alte Armbewegung wieder da.
Dabei muss er sich keineswegs bewusst für die alte Bewegung entschieden haben. Die vertraute Situation kann bereits ausreichen, um den gewohnten Ablauf erneut zu begünstigen. In der Lernforschung wird unter anderem von kontextabhängigem Lernen gesprochen. Gemeint ist damit, dass erlernte Fähigkeiten und ihre Ausführung durch die Umstände beeinflusst werden können, unter denen wir sie erworben und geübt haben.
Beim Tango kann dieser Kontext aus vielen miteinander verbundenen Eindrücken bestehen: der Musik, der Umarmung, den Bewegungen des Partners, dem Raum und den eigenen Körperempfindungen. Wir versuchen also möglicherweise, nur einen kleinen Bestandteil unseres Tanzens zu verändern, während zahlreiche andere Gewohnheiten weiterhin auf die vertraute Ausführung hinwirken.
Das erklärt, weshalb etwas während einer isolierten Übung funktionieren kann, aber im improvisierten Tanz immer wieder misslingt. Dabei ist das neue Bewegungsmuster nicht unbedingt verloren gegangen. Es kann lediglich noch nicht zuverlässig unter den Bedingungen abgerufen werden, unter denen wir normalerweise tanzen.
Wenn die ersten Lernerfolge zum Hindernis werden
Wer mit dem Tango beginnt, muss sich zunächst ein grundlegendes Bewegungsmuster aneignen. Er lernt, sich mit einem Partner zur Musik zu bewegen, zu führen oder zu folgen, das Gleichgewicht zu organisieren und sich im Raum zurechtzufinden. Mit zunehmender Erfahrung werden diese Abläufe vertrauter. Sie müssen nicht mehr ständig bewusst kontrolliert werden. Allmählich entsteht daraus eine persönliche Art zu tanzen, die immer sicherer und selbstverständlicher wird.
Das ist zunächst ein großer Lernerfolg. Aber dieses erste gefestigte Bewegungsmuster ist noch lange nicht die endgültige Lösung. Es bildet eine Grundlage, auf der sich weitere Fähigkeiten entwickeln können. Und genau hier könnte auch eine Ursache für die spätere Stagnation liegen.
Denn wer nun etwas Grundlegendes verändern möchte, muss möglicherweise in ein ganzes System von Gewohnheiten eingreifen. Eine neue Bewegung passt zunächst noch nicht zu den vielen anderen Abläufen, die inzwischen automatisiert wurden. Plötzlich verlangt etwas, das vorher selbstverständlich funktionierte, wieder die ganze Aufmerksamkeit. Die Bewegung wird unsicher, die Konzentration auf die Musik leidet, und manchmal hat man das Gefühl, schlechter zu tanzen als vorher.
Irgendwann wird die Anstrengung zu groß oder die Geduld ist erschöpft. Man kehrt zu den vertrauten Bewegungen zurück, alles funktioniert wieder, die Unsicherheit verschwindet, und man kann unbeschwert weitertanzen. Nur ist die angestrebte Veränderung damit zunächst aufgegeben. Wird dieser Vorgang immer wieder abgebrochen, kann sich das neue Bewegungsmuster kaum festigen. Unter den gewohnten Tanzbedingungen setzen sich weiterhin die alten Abläufe durch.
Was ursprünglich ein Lernerfolg war, kann auf diese Weise zu einer Grenze der eigenen Weiterentwicklung werden. Das Tragische daran ist, dass die Fähigkeit, sich weiterzuentwickeln, möglicherweise durchaus vorhanden wäre. Aber jede grundlegende Veränderung verlangt erneut die Bereitschaft, die eigene Sicherheit vorübergehend aufzugeben.
Warum in Prácticas so wenig geübt wird
Ein besonders gutes Beispiel dafür beobachte ich immer wieder in Prácticas. Eigentlich sollen Prácticas Gelegenheit bieten, Dinge auszuprobieren, Schwierigkeiten zu erkennen und gezielt daran zu arbeiten. Aber wenn ich beobachte, was dort tatsächlich geschieht, stelle ich häufig fest, dass nur wenige wirklich üben. Meistens wird einfach getanzt, und zwar überwiegend das, was man ohnehin schon kann.
Gelegentlich nimmt sich ein Paar vor, eine bestimmte Bewegung auszuprobieren oder ein Problem zu lösen. Man versucht es einige Male, bespricht vielleicht kurz, woran es liegen könnte, und probiert es erneut. Wenn es nicht funktioniert, entsteht Frustration, und man geht wieder dazu über, einfach weiterzutanzen. Das ist durchaus verständlich. Nach einer unangenehmen Erfahrung kehrt man zu den Bewegungen zurück, die funktionieren, die Sicherheit geben und mit denen man sich wohlfühlt. Das Tanzen wird dann gewissermaßen zum Heilungsprozess einer kurzen Frustration. Nur ist das eigentliche Problem damit nicht gelöst. Man ist ihm zunächst ausgewichen.
Natürlich möchte man beim Tanzen Freude haben. Auch das Üben soll Freude machen. Und wer kennt nicht das wunderbare Gefühl, wenn etwas, das zunächst überhaupt nicht funktionieren wollte, plötzlich gelingt? Gerade solche Erfolgserlebnisse gehören für mich zu den schönsten Erfahrungen beim Lernen. Allerdings liegt zwischen dem ersten Versuch und diesem Erfolg häufig eine Phase, in der wenig funktioniert und die Geduld auf die Probe gestellt wird. Wer diese Phase jedes Mal vermeidet, nimmt sich damit auch die Möglichkeit, solche Erfolgserlebnisse zu erfahren.
Wer einfach nur tanzen und einen schönen Abend verbringen möchte, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Aber wer sich tänzerisch weiterentwickeln möchte, wird sich irgendwann auch mit den eigenen Gewohnheiten und den Schwierigkeiten ihrer Veränderung auseinandersetzen müssen. Ich vermute, dass hier einer der wesentlichen Gründe dafür liegt, warum sich manche Tänzer trotz jahrelanger Praxis kaum weiterentwickeln. Sie wiederholen überwiegend das, was sie bereits beherrschen, und vermeiden ausgerechnet die Schwierigkeiten, an denen sie arbeiten müssten.
Was der Unterricht leisten müsste
Ich glaube, dass wir im Tango-Unterricht dem Umgang mit Lernwiderständen viel mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Es reicht nicht aus, Schülern neue Bewegungen zu zeigen und anschließend darauf zu hoffen, dass sie diese durch Wiederholung irgendwann beherrschen. Wir müssen ihnen auch erklären, weshalb etwas zunächst nicht gelingt, warum bereits erworbene Fähigkeiten scheinbar wieder verschwinden können und weshalb der Wechsel zwischen Gelingen und Misslingen zum Lernen gehören kann.
Dabei muss der Unterricht auch zwischen einer notwendigen Herausforderung und einer tatsächlichen Überforderung unterscheiden. Wenn eine Aufgabe zu schwierig ist, hilft es wenig, sie immer wieder unverändert zu wiederholen. Dann müssen die Anforderungen reduziert, die Ursachen untersucht oder andere Übungswege gefunden werden. Das bedeutet aber nicht, dass jede Schwierigkeit möglichst schnell beseitigt werden sollte. Manchmal ist es gerade sinnvoll, eine Weile bei einer Aufgabe zu bleiben, verschiedene Lösungen auszuprobieren und zu lernen, eine vorübergehende Unsicherheit auszuhalten.
Gerade beim Tango erscheint es mir wichtig, neue Bewegungen zunächst unter vereinfachten Bedingungen zu erarbeiten und anschließend schrittweise wieder in den vollständigen Tanz einzubauen. Dabei kann es erforderlich sein, mehrfach zwischen einer einzelnen Übung und ihrer Anwendung im improvisierten Tanz zu wechseln. In der Übung funktioniert es, im Tanz fällt man wieder in die alte Gewohnheit zurück. Also kehrt man zur Übung zurück, verändert etwas und versucht es erneut. Auch das ist eine Lernschleife.
Ein Schüler sollte verstehen, dass er damit nicht zwangsläufig wieder am Anfang steht. Möglicherweise hat er bereits etwas gelernt, das unter den vielfältigen Anforderungen des Tanzens noch nicht zuverlässig verfügbar ist. Und genau an diesem Punkt braucht er häufig die Unterstützung seines Lehrers. Denn wer nur erlebt, dass ihm etwas trotz aller Bemühungen immer wieder misslingt, wird irgendwann möglicherweise aufgeben. Wer dagegen versteht, weshalb diese Schwierigkeiten auftreten und wie man sinnvoll mit ihnen umgehen kann, hat eine ganz andere Voraussetzung, den Lernprozess fortzusetzen.
Warum Tanzerfahrung allein nicht ausreicht
Vielleicht lässt sich damit auch die Frage aus meinem letzten Beitrag etwas besser beantworten. Warum gibt es Tangotänzer, die seit vielen Jahren regelmäßig tanzen und sich trotzdem kaum weiterentwickeln?
Möglicherweise haben sie irgendwann ein Bewegungsmuster entwickelt, das für ihre Ansprüche ausreichend funktioniert. Sie können damit tanzen, sich zur Musik bewegen und einen angenehmen Abend verbringen. Aber jedes Mal, wenn sie versuchen, etwas daran zu verändern, stoßen sie auf Widerstände. Sie erleben vorübergehende Unsicherheit, verlieren ihre gewohnte Leichtigkeit und müssen sich mit Schwierigkeiten beschäftigen, die sie längst überwunden glaubten. Also kehren sie zu dem zurück, was funktioniert.
Je häufiger das geschieht, desto stärker kann sich die vorhandene Routine festigen, während neue Möglichkeiten kaum Gelegenheit bekommen, sich zu entwickeln. So kann ein Kreislauf entstehen, in dem jahrelange Tanzerfahrung zwar die Sicherheit im Bekannten erhöht, aber nur wenig tatsächliche Weiterentwicklung stattfindet.
Vielleicht sollten wir deshalb nicht immer nur fragen, wie lange jemand bereits Tango tanzt oder wie viele Figuren er beherrscht. Viel interessanter wäre die Frage, wann er zum letzten Mal versucht hat, eine seiner grundlegenden Bewegungsgewohnheiten wirklich zu verändern, und ob er dabei geblieben ist, als es schwierig wurde.
Denn wer beim Tanzen immer nur das tut, was er bereits kann, wird vor allem darin besser, das zu tun, was er bereits kann. Vielleicht stagnieren viele Tangotänzer deshalb nicht, weil sie nichts mehr lernen könnten, sondern weil sie irgendwann aufgehört haben, sich mit den Schwierigkeiten des Lernens auseinanderzusetzen.
Literaturhinweise
Moshé Feldenkrais (1981): Abenteuer im Dschungel des Gehirns. Der Fall Doris. Suhrkamp.
Donald O. Hebb (1949): The Organization of Behavior: A Neuropsychological Theory. Wiley.
Kantak, S. S. & Winstein, C. J. (2012): Learning–performance distinction and memory processes for motor skills: A focused review and perspective. Behavioural Brain Research, 228(1), 219–231. https://doi.org/10.1016/j.bbr.2011.11.028
Czyż, S. H., Wójcik, M. & Solarská, M. (2024): The effect of contextual interference on transfer in motor learning – a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Psychology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39205981/