Gerhards Tango Report – wenn ein Blog nur noch um sich selbst kreist

Wie aus Tangokritik Herablassung wird – und aus einem Blog ein Weltbild


Eigentlich hatte ich ja versprochen, einen gewissen Blog links liegen zu lassen. Dann aber versuchte dessen Autor, einen Schriftsteller immer wieder auf seine Seite zu ziehen und ihn gewissermaßen als Aushängeschild der eigenen Satire zu benutzen. Das ärgert mich inzwischen doch erheblich.
War Kurt Tucholsky nicht gerade einer, der gegen piefige Mitbürger, Wichtigtuer und allerlei Möchtegerne anschrieb – vor allem gegen Menschen, die sich selber etwas zu wichtig nahmen? Also auch Riedl selbst? 

Da war aber noch etwas anderes. Wenn jemand einen Tango-Blog betreibt, sollte man eigentlich erwarten, dort Interessantes über Tango als Tanz und über seine positiven wie negativen Begleiterscheinungen zu erfahren. Deshalb möchte ich einmal die Frage stellen, ob es in diesem Blog tatsächlich noch hauptsächlich um Tango geht oder inzwischen nicht viel mehr um eine Art Selbstbestätigung durch die Herablassung über andere. Der Tango liefert dafür ein wunderbares Panoptikum. In ihm scheint sich für den Autor die ganze Fehlerhaftigkeit der Menschheit widerzuspiegeln: Eitelkeit, Dummheit, Gruppenzwang, Geschäftemacherei, Besserwisserei und allerlei kleine Glaubenskriege. Nur einer steht merkwürdig oft außerhalb dieses Panoptikums und beschreibt die Fehler der anderen.

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