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Gedanken über Tango Unterricht | 39.Teil

Gedanken über Tango Unterricht | 39.Teil

Nachtrag zu Teil 38: Warum Tango-Beschreibungen so oft missverstanden werden

Im letzten Teil dieser Reihe habe ich einen Text eines Tango-Lehrers aus Buenos Aires vorgestellt. Er hat viele Leser angesprochen – und zwar so sehr, dass sich einige unmittelbar wiedererkannten. Das verwundert nicht: Begriffe wie „Kontakt“, „Wahrnehmung“ oder „Führen ohne Absicht“ klingen vertraut, und viele Tänzer – gerade Führende – gehen davon aus, genau das schon längst zu tun.

Nur: Im praktischen Tanz zeigt sich oft etwas anderes.

Viele geübte Tänzer sind überzeugt, sie blendeten ihre eigene Bewegung vollständig aus und seien ganz bei der Partnerin. Doch wenn man genauer hinschaut – oder besser: genauer fühlt – zeigt sich meist ein anderes Bild.
In der Realität bleiben die meisten Tänzer zu einem großen Teil mit ihrer Aufmerksamkeit bei sich selbst: bei der eigenen Achse, den eigenen Schritten, dem eigenen Timing. Manche bemühen sich, manche verlieren zwischendurch den Faden, andere merken nicht, wie schnell sie wieder in ihren Automatismus zurückfallen.

Das ist kein Vorwurf, sondern völlig normal.
So funktioniert Lernen: Man glaubt etwas zu können, lange bevor man es wirklich kann.

Ein Beispiel dafür war ein Blogger, der meinte, er habe 2015 bereits über genau dieses Thema geschrieben. Nach erneuter Lektüre zeigte sich aber: Er beschrieb etwas völlig anderes – nämlich ein loses, ungeordnetes Bewegen zweier Menschen, das fälschlich für „Freiheit“ gehalten wird.
Das ist nicht Tango.
Das ist noch nicht einmal wirklicher Kontakt.
Das ist schlicht: Nähe ohne Verbindung.

Warum das Missverständnis so leicht entsteht

Der Zustand, um den es geht – der Moment, in dem der Führende aufhört, aus seiner eigenen Bewegung heraus zu handeln und stattdessen über den Körper der Partnerin tanzt –, klingt auf dem Papier unspektakulär.
Und genau deshalb glauben viele sofort, ihn längst zu kennen.

Das hat nichts mit Arroganz zu tun.
Es ist ein Lernphänomen: Der Unterschied zwischen „ich mache es gut“ und „ich mache es wirklich“ ist für Anfänger wie für Fortgeschrittene schwer einzuschätzen, weil es keine objektive Messgröße gibt.

Man verwechselt sehr leicht:

    • Aufmerksamkeit mit Verbindung,

    • Absicht mit Wahrnehmung,

    • Nähe mit Kontakt.

Man hat die Partnerin im Blick, spürt den Arm bewusst, hört die Musik – und ist überzeugt, „bei ihr“ zu sein. Was man dabei übersieht: Der eigene Körper verrät, wo die Aufmerksamkeit wirklich ist. Und oft ist das eben noch weitgehend im Ich-Modus.

Der entscheidende Punkt ist:
Diesen Zustand kann jeder erreichen – aber eben nur, wenn man versteht, worum es geht. Er ist weder geheim, noch elitär, noch den „Auserwählten“ vorbehalten. Es ist schlicht eine weitere normale Entwicklungsstufe.
Man muss nur wissen, dass sie existiert – und wie sie sich anfühlt.

Warum man ihn trotzdem von außen erkennt

Wer diesen Zustand einmal erlebt hat, erkennt ihn bei anderen sofort.
Nicht, weil man plötzlich „hellsehen“ könnte, sondern weil Körperorganisation sichtbar ist – genau wie man einen verletzten Fuß sieht oder einen Stimmbruch hört.
Dunning & Kruger formulierten es einmal so treffend:

„Die Fähigkeiten, die Sie benötigen, um eine richtige Antwort zu geben,
sind dieselben Fähigkeiten, die Sie benötigen, um die richtige Antwort zu erkennen.“

Das klingt herablassend, ist aber rein logisch.
Man kann ein Muster nicht erkennen, wenn man es nie erlebt hat.

Darum halten einige das oben erwähnte Gewusel in offener Umarmung für „kreativ“.
Dort fehlt jede gemeinsame Struktur. Zwei Menschen treten gleichzeitig in beliebige Richtungen – und es funktioniert nur, weil beide sich festhalten.
Mit Tango hat das nichts zu tun.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ich erinnere mich an einen Beitrag von Bloggerkollege Helge Schütt. Er zitierte einen sehr erfahrenen Lehrer, der an Kleinigkeiten erkennt, ob ein Führender wirklich bei seiner Partnerin ist. Einer dieser Hinweise klingt für viele zunächst absurd:
Der Mann setzt seinen Schritt in den meisten Fällen einen winzigen Moment später – nicht verzögert, nicht geplant, nicht „mit Stoppuhr“, sondern als natürliche Folge des gemeinsamen Schwerpunkts.

Helge wurde dafür von einem Blogger verspottet, der meinte, man könne sowas ja wohl kaum „timingmäßig messen“.
Aber genau das zeigt das Missverständnis:
Dieser kleine zeitliche Versatz ist kein Trick und keine Regel, sondern eine Konsequenz.
Er entsteht automatisch, wenn der Führende nicht zuerst sich selbst bewegt, sondern den gemeinsamen Körper übernimmt.

Wer das erlebt hat, erkennt es sofort.
Wer es nie erlebt hat, hält es für Unsinn.

Das ist kein Makel.
Es ist nur ein Hinweis darauf, dass noch eine Lernstufe fehlt.

Eine Übung aus dem Anfängerunterricht

Es gibt eine einfache Übung, mit der man Anfängern dieses Prinzip erfahrbar machen kann: Die Führenden sollen zunächst nur durch ihren eigenen Körper – am besten über die Arme als verlängerter Brustkorb – bewirken, dass die Partnerin rückwärts geht. Ohne Ziehen, ohne Schieben, ohne „Signale“.
Allein der Körperkontakt löst den Schritt aus.

Dann kommt der entscheidende Zusatz:
Der Führende setzt seinen eigenen Schritt erst dann, wenn die Partnerin bereits geht.
Nicht früher. Nicht parallel. Erst aus ihrer Bewegung heraus.

Damit beginnt zum ersten Mal Tango.

Denn Gehen muss niemand neu lernen – das kann jeder. Aber das Gehen der Partnerin zum Ausgangspunkt des eigenen Schritts zu machen, das verändert alles. Die Musik gibt den gemeinsamen Puls, aber die Partnerin gibt die Bewegung. Und der Führende begleitet sie, statt sie zu initiieren.

Dass diese Erfahrung besonders bei Tänzern des engen Stils oft sofort gelingt, ist kein Zufall. Wer gleich zu Beginn in körperlicher Nähe arbeitet, hat gar keine andere Wahl, als auf den Partner zu reagieren. Der Milonguero-Stil funktioniert nicht anders – er zerfällt sofort, wenn der Mann versucht, seine eigenen Schritte zu planen.

Warum Teté so tanzte – und warum man es nicht kopieren kann

Ein Paradebeispiel dafür ist der verstorbene Tänzer Teté Rusconi, den viele hierzulande bewundert haben und der besonders in Pinas Umfeld geschätzt wurde. Pina Bausch fühlte sich gerade deshalb zu Teté hingezogen, weil er nicht über Form tanzte, sondern über Gefühl. Er war ein reiner Beziehungstänzer, einer, der aus der Person gegenüber die Bewegung entnahm, nicht aus einer inneren Schrittbibliothek.
Er war genau die Art Tänzer, die Pinas Arbeit suchte.

Als er einmal Pinas Ensemble unterrichtete, war ich mal kurz dabei und durfte für ihn übersetzen. Die Reaktionen der Truppe waren absehbar: Die meisten verzweifelten. Teté konnte keine Choreografie reproduzieren, keine Schrittfolge wiederholen, keinen „Männerschritt“ erklären. Er wusste selbst nicht, was er getan hatte – weil er nicht Schritte getan hatte.
Er tanzte ausschließlich über Kontakt.

Das Problem war: Die Truppe bestand fast ausschließlich aus Solisten. Tänzerinnen und Tänzer, die ihr künstlerisches Selbst über ihren eigenen Körper definierten, nicht über einen gemeinsamen Körper mit einem Partner. Für sie war die Vorstellung, dass die eigene Bewegung erst im Zusammenspiel Bedeutung bekommt, völlig fremd.

Dieses Missverständnis aufzulösen, dafür war damals keine Zeit. Ich konnte nur mit der Brasilianerin Ruth Amarante kurz vormachen, was Teté meinte. Aber ich war nicht der Lehrer – und ein Kompetenzgerangel wäre fehl am Platz gewesen.

Wie so oft blieb es bei einem kurzen Moment des Verstehens – und vielen, die den Kern nicht greifen konnten, weil sie ihn nie erlebt hatten.

Schluss

All diese Beispiele – ob Führende, die glauben, sie seien „bei ihrer Partnerin“, obwohl sie es kaum sind, Blogger, die über Dinge spotten, die sie nicht verstehen, oder Tänzer wie Teté, die aus Beziehung statt aus Schritten tanzen – zeigen dieselbe Grundproblematik:
Man kann nur erkennen, was man selbst erlebt hat.

Wer nie wirklich im Körper des Gegenübers angekommen ist, hält Chaos für Freiheit, Unsicherheit für Kreativität und Nähe für Verbindung. Wer nie gespürt hat, wie sich ein gemeinsamer Schwerpunkt anfühlt, sucht Antworten in Schrittmustern. Und wer nie erlebt hat, wie Führung aus der Bewegung der Partnerin entsteht, glaubt, man könne das alles irgendwie zählen oder planen.

Tango aber entsteht nicht aus Absicht, sondern aus Wahrnehmung.
Nicht aus Planung, sondern aus Reaktion.
Nicht aus dem, was man „macht“, sondern aus dem, was im gemeinsamen Körper entsteht.

Und jetzt – das gebe ich offen zu – klingt es schnell arrogant, wenn jemand sagt:
Nur wenige haben es verstanden – ihr aber nicht.
Erst recht, wenn man keine konkrete Anleitung liefert.

Der nächste Teil meiner Reihe wird genau das tun.
Teil 40 wird sorgfältig darauf eingehen und konkrete Wege zeigen, wie man diesen Zustand lernen kann.

Also bitte: Seid nicht frustriert.
Ihr tanzt alle schon sehr gut – manche sogar deutlich besser als ich.
Nur das hier ist eben noch einmal etwas anderes.

Und genau deshalb lohnt es sich, weiterzugehen.

Nachwort

Und ja – ich weiß ziemlich genau, welche Reaktion einige nun aus der Schublade ziehen werden:
„Wendel propagiert einen Tango für die Elite, für die Erleuchteten, die es verstanden haben. Der Rest ist halt unfähig.“

Wer das denken sollte, sollte auch unbedingt meinen Beitrag:

Warum der Hinweis auf den Dunning-Kruger-Effekt für viele so provozierend und arrogant wirkt

lesen. 

Es ist die einfachste, aber auch die bequemste Interpretation.
Sie erspart jede Beschäftigung mit dem Inhalt.

Natürlich ist das nicht gemeint.
Im Gegenteil: Dieser Teil beschreibt lediglich, warum etwas häufig nicht verstanden wird – und warum es so schwer ist, darüber zu sprechen, ohne Missverständnisse auszulösen.
Es ist kein Urteil über die Szene und schon gar keine elitäre Abgrenzung.

Der entscheidende Punkt ist:
Der zweite Teil kommt noch.
Und dort geht es nicht um Diagnose, sondern um konkrete Wege, wie man diesen Zustand tatsächlich erlernen kann – egal auf welchem Niveau, egal wie lange oder wie kurz jemand tanzt.

Es geht nicht darum, jemanden auszuschließen.
Es geht darum, Türen zu öffnen, die viele noch gar nicht kennen.

Also:
Seid offen, bleibt neugierig – und wartet auf Teil 40.
Dort beginnt die eigentliche Arbeit.


12 thoughts on “Gedanken über Tango Unterricht | 39.Teil

    • […] habe momentan ungewöhnlich hohe Zugriffszahlen auf meinen Beitrag „Gedanken über Tango-Unterricht | 39. Teil“. Offenbar bin ich in eine Facebook-Blase hineingestoßen, und genau dieser Artikel war für viele […]

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      Richtigstellung zum letzten Artikel von G.R.

      https://milongafuehrer.blogspot.com/?m=1

      Zu den wiederholten Aussagen und Unterstellungen von Gerhard Riedl über meine Arbeit, meine Praxis und meine Motivation nehme ich wie folgt Stellung.

      1) Unterstellungen zur Motivation und zum Geld

      Riedl arbeitet konsequent mit dem Narrativ, bei meinen Milongas und Encuentros „rolle der Rubel“ oder Veranstaltungen seien „geschäftlich interessant“ bzw. uninteressant. Diese Darstellung ist sachlich falsch und entbehrt jeder Kenntnis realer Veranstaltungsarbeit. Eine Milonga zu organisieren bedeutet Kosten: Saalmiete, Technik, Werbung, Künstlergagen, Reise- und Übernachtungskosten, laufende Investitionen und organisatorische Verantwortung. Einnahmen sind keine Gewinne, sondern Voraussetzung, um kulturelle Arbeit überhaupt zu ermöglichen.

      Riedl selbst hat nie wirtschaftliche Verantwortung für öffentliche Veranstaltungen getragen. Er urteilt aus der Distanz über Kostenstrukturen, die er nie verantwortet hat, und moralisiert Einnahmen pauschal. Dieses Geld-Narrativ ersetzt Argumente durch Verdacht und dient der Diskreditierung, nicht der Analyse.

      2) Unterstellungen zur Musik und Programmatik

      Die Behauptung, ich hätte keinen Bezug zu zeitgenössischer Tangomusik oder würde modernen Tango abwerten, ist falsch. Ich habe mehrere Live-Events mit Orchestern organisiert und auf meinen Milongas regelmäßig auch modernere Musik gespielt – bewusst dosiert, nicht als Dauerformat. Zwei bis fünf entsprechende Tandas pro Abend waren keine Ausnahme. Diese Fakten sind belegbar und bekannt, werden jedoch ausgeblendet, weil sie nicht in das gewünschte Bild passen.

      Auch die rückwirkende Erzählung von „wilden Zeiten“, in denen angeblich keine traditionelle Musik gespielt worden sei, ist historisch verkürzt. Diese Phase war von Mischformen geprägt. Die heutige Verklärung dient weniger der Einordnung als der Abgrenzung.

      3) Kritik an mir als Tänzer – Projektion eigener Grenzen

      Riedl urteilt über Milongas, Regeln und andere Tänzer, obwohl er sich selbst auf engen Tanzflächen sichtbar schwertut. Nach eigener Beobachtung benötigt er viel Platz, tanzt kreuz und quer und kommt mit dichter Ronda nicht gut zurecht. Das ist eine tänzerische Präferenz – keine moralische Kategorie. Problematisch wird es dort, wo diese eigene Grenze externalisiert und zur Abwertung anderer erklärt wird.

      Regeln auf Milongas sind kein Ausdruck von Unfreiheit, sondern ermöglichen gemeinsames Tanzen auf engem Raum. Wer damit nichts anfangen kann, sollte das als eigene Grenze akzeptieren und nicht als Defizit anderer framen.

      4) Zeitargumente und Ausschlusslogik

      Riedl konstruiert Legitimität über Einstiegsjahre und Zugehörigkeit („wilde Zeiten“, „Kind der Restaurationsphase“). Das ist kein Qualitätsargument, sondern ein Ausschlussmechanismus. Tango existierte lange vor Riedls persönlicher Sozialisation und wird von tausenden Menschen kompetent getanzt, die nicht Teil seines Zeitfensters waren. Wer Legitimität an Kalenderdaten knüpft, führt keinen inhaltlichen Diskurs.

      5) Unterricht und Ausbildung – Realität statt Pose

      Viele Unterrichtsstunden als Makel darzustellen („ob das ein gutes Zeichen ist“) verkennt die Realität des Tangos. Milongatauglichkeit entsteht bei den meisten Menschen erst nach eineinhalb bis zwei Jahren regelmäßigen Unterrichts. Danach beginnt Lernen erst wirklich. Unterrichtsmenge ist kein Schwächezeichen, sondern Ausdruck von Ernsthaftigkeit.

      Riedls eigene Ausbildung ist nach seinen Angaben überschaubar: im Kern ein Kurs pro Woche über begrenzte Zeiträume. Rechnet man Ferien und berufliche Bindungen ein, ergibt sich eine klar einzuordnende Stundenzahl. Zudem spricht vieles dafür, dass er seit Jahren keinen regelmäßigen Unterricht mehr nimmt. Auch das ist legitim – relativiert jedoch pauschale Urteile über andere.

      6) „Bei wem man lernt“ ist nicht egal

      Ich habe Unterricht nicht nur genommen, sondern über Jahre hinweg begleitet und organisiert. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man bei international anerkannten Profis lernt oder bei Personen, die meinen, Tango unterrichten zu können, davon aber weit entfernt sind. Diese Differenzierung fehlt in Riedls Argumentation nahezu vollständig.

      7) Einladung ausgeschlagen – Praxis vermieden

      Riedl hatte die Möglichkeit, sich konkret einzubringen. Er war eingeladen, an kostenlosem Unterricht mit professionellen Lehrern teilzunehmen. Dort hätte er zeigen können, was er nach eigenen Angaben gelernt hat. Dieses Angebot wurde nicht wahrgenommen. Wer Praxis meidet und zugleich aus der Distanz urteilt, schwächt die eigene Position erheblich.

      8) Argumentationsmuster statt Argumente

      Riedls Texte arbeiten überwiegend mit:
      • Motivunterstellungen („geschäftlich“, „Rubel rollt“),
      • Zeit- und Zugehörigkeitsframes,
      • selektiver Wahrnehmung („nie gesehen“),
      • psychologisierenden Zuschreibungen,
      • Umkehrungen („Deutungshoheit“, „Statusdenken“).

      Belege bleiben aus. Argumente werden ersetzt durch Narrative.

      Schlussbemerkung

      Diese Gegendarstellung dient der Klarstellung, nicht der Eskalation. Über Tango, Unterricht und Praxis lässt sich sachlich streiten. Pauschale Abwertungen, moralische Unterstellungen und selektive Wahrnehmung tragen dazu nichts bei. Wer kritisiert, sollte bereit sein, sich selbst messen zu lassen – in der Praxis ebenso wie in der Argumentation.

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      Nachtrag: Zur Einordnung meiner tänzerischen Praxis
      Da erneut über meine angeblich fehlende Erfahrung spekuliert wird, hier eine kurze, sachliche Chronik – nicht zur Selbsterhöhung, sondern zur Einordnung.

      Gesellschaftstanz
      Bis Ende der 1990er-Jahre habe ich im Breitensport das Goldstar-Abzeichen erworben, in der Tanzschule Neubert in Regensburg. Die goldene Anstecknadel dürfte noch existieren.

      Tango Argentino
      2002 (31 Jahre): Erste Schritte im Tango Argentino

      Ab ca. 2009 (38 Jahre): Ernsthafter Einstieg
      Intensive Ausbildungsphase
      Alter 42–47: vier- bis fünfmal wöchentlich Unterricht
      Montag bis Mittwoch, manchmal Montag bis Donnerstag: Academia de Tango Nürnberg

      Samstag und Sonntag: Academia de Tango Regensburg
      (über mehrere Jahre mitorganisiert)

      Buenos Aires
      Vier Aufenthalte, jeweils ca. ein Monat
      Täglicher Unterricht (drei Einheiten pro Tag, außer sonntags)
      u. a. auch bei Gustavo Naveira

      Weitere kontinuierliche Ausbildung
      – Ab dem 47. Lebensjahr: wöchentlich zwei feste Unterrichtsstunden

      Ab ca. dem 45. Lebensjahr: regelmäßige Festivals und Workshops bis zur Pandemie, u. a. bei
      – Chicho Frumboli und
      – Michael Nadtochi und viele andere…

      Nach der Pandemie
      – Einzelne Workshops
      – Wenn möglich, einmal wöchentlich Unterricht in Regensburg

      Diese Auflistung soll keine Debatte gewinnen, sondern klarstellen, was tatsächlich an Zeit, Unterricht und Praxis investiert wurde. Wer daraus etwas anderes lesen möchte, kann das gern tun – an den Fakten ändert es nichts.

      • Author gravatar

        Unterricht statt Nebenkriegsschauplätze
        Eigentlich sollte es auf dem Blog von Klaus Wendel um Tango-Unterricht gehen – um Inhalte, Konzepte und Erfahrungen. Nicht um persönliche Auseinandersetzungen und Nebengeräusche. Dass der Fokus immer wieder davon weggezogen wird, liegt nicht am Thema selbst, sondern an den Reaktionen darauf.

        Nach der Offenlegung meiner tänzerischen Chronik reagierte Gerhard Riedl sinngemäß damit, dass ich „erst“ 2009 ernsthaft mit Tango begonnen hätte, viele Unterrichtsstunden genommen habe, die sogenannten „wilden Zeiten“ verpasst hätte und damit angeblich einer historischen Sichtweise folge, die modernen Tango abwerte. Zudem erklärte er, mich nie auf Veranstaltungen mit zeitgenössischer Tangomusik gesehen zu haben. Diese Aussagen lassen sich einordnen.

        Riedls Reaktion ist keine Sachklärung, sondern eine Positionsverschiebung. Der Ton wirkt oberflächlich gelassen, inhaltlich folgt er jedoch einem vertrauten Muster: Abwertung durch Kontextdeutung statt Auseinandersetzung mit Argumenten. Zunächst wird Unterrichtserfahrung scheinbar anerkannt, um sie im nächsten Moment zu relativieren – etwa durch die Bemerkung, es sei fraglich, ob viele Unterrichtsstunden überhaupt ein gutes Zeichen seien. Anerkennung dient hier nicht der Einordnung, sondern der Entwertung.

        Auch der Verweis auf ein späteres Einstiegsjahr ersetzt kein inhaltliches Argument. Er dient der Hierarchisierung nach dem Motto: Wer nicht „dabei war“, versteht angeblich weniger. Das ist kein Diskurs über Qualität oder Inhalt, sondern ein Ausschlussmechanismus. Diese Logik richtet sich nicht nur gegen mich, sondern implizit gegen tausende Tänzerinnen und Tänzer, die den Tango ernsthaft leben, lehren und weiterentwickeln – unabhängig davon, wann sie begonnen haben.

        Hinzu kommen Zuschreibungen ohne jeden Nachweis, etwa die Behauptung, ich folge einer Sichtweise, die modernen Tango abwerte. Belege dafür fehlen vollständig. Ebenso werden persönliche Beobachtungen – man habe mich auf bestimmten Veranstaltungen „nie gesehen“ – zur allgemeinen Wirklichkeit erklärt. Das ist keine Analyse, sondern subjektive Wahrnehmung, die zum Maßstab erhoben wird.

        Eine solche Haltung verkennt nicht nur die Vielfalt und Geschichte des Tangos, der lange vor Riedls persönlicher Erfahrung existierte, sondern stellt ihn auch unnötig eng. Wer Tango auf ein eigenes Zeitfenster reduziert, disqualifiziert sich selbst als Maßstab – und macht sich damit weniger relevant, nicht andere.

        Insgesamt zeigt der Text kein Eingehen auf Argumente und keine Vertiefung der Unterrichtsfrage. Stattdessen dominieren zeitliche Abwertung, Zugehörigkeitsprüfungen, Unterstellungen von Haltungen und der Anspruch, definieren zu können, was „richtiger“ Tango sei. Kurz gesagt: Riedl diskutiert nicht – er sortiert ein.

        Der Kern der Sache liegt damit nicht in meiner Praxis, sondern in seinem Umgang mit Widerspruch. Wer nicht aus „seiner Zeit“ stammt, andere Musik schätzt oder andere Schlüsse zieht, kann es aus dieser Perspektive nicht richtig verstanden haben. Das ist kein Dialog, sondern Grenzziehung. Nüchtern betrachtet wollte Riedl mit seiner Antwort Überlegenheit markieren. Tatsächlich zeigt er erneut eine geringe Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung, eine starke Fixierung auf Zugehörigkeit und Deutungshoheit sowie den Impuls, fremde Positionen durch Kontextualisierung zu verkleinern. Ruhig zusammengefasst: Es geht hier nicht um Unterricht, sondern um Abgrenzung. Wer über Tango-Unterricht sprechen will, sollte bei Inhalten bleiben – und nicht bei persönlichen Sortierungen.

        Abschließende Einordnung
        Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Riedls eigene Ausbildung im Tango überschaubar geblieben ist. Viel spricht dafür, dass sie sich auf wenige Unterrichtseinheiten beschränkt hat – was für ihn offenbar ausreichend war. Mehr schien aus seiner Sicht nicht notwendig. Die von ihm beschworenen „wilden Zeiten“ dürften sich auf einzelne prägende Begegnungen beziehen, etwa im Umfeld der Grönigers. Dieses Paar hat zweifellos Spuren hinterlassen, doch Allwissen oder Unfehlbarkeit lassen sich daraus nicht ableiten.

        Auffällig ist vielmehr, dass sich Riedl konsequent außerhalb strukturierter Lernzusammenhänge positioniert. Wer sich selbst früh als Maßstab setzt, braucht keine Lehrer mehr – und begegnet anderen auch nicht auf Augenhöhe. Das erklärt, warum sich sein Tango-Kosmos zunehmend ins Private verlagert hat. Die viel beschworene „Wohnzimmer-Milonga“ ist weniger Ausdruck künstlerischer Freiheit als Resultat eines Rückzugs: ein geschlossener Raum, in dem Widerspruch nicht stört und Selbstbestätigung funktioniert.

        Kontakte, die es einmal gab, sind über die Zeit hinweg offenbar weniger geworden. Nicht, weil andere nichts verstanden hätten, sondern weil permanentes Dazwischenreden, Besserwissen und Abwerten auf Dauer ermüdet. Wer sich selbst zur Instanz erklärt, ohne sich je wieder dem Lernen auszusetzen, isoliert sich zwangsläufig.

        Das eigentliche Problem ist dabei nicht mangelnde Technik oder fehlender Unterricht, sondern eine deutliche Selbstüberschätzung. Wer überzeugt ist, den Tango „verstanden“ zu haben, ohne sich weiterhin prüfen, korrigieren oder herausfordern zu lassen, verwechselt Gewissheit mit Können.

        Der einfachste Weg wäre ein anderer: Kurse besuchen, sich aussetzen, mit anderen lernen, Fehler riskieren. Doch genau das scheint nicht mehr möglich. Stattdessen bleibt das, was Riedl nachweislich gut beherrscht: andere kleinzureden, Positionen abzuwerten und sich im entscheidenden Moment der konkreten Auseinandersetzung zu entziehen. Dieses Muster zieht sich konsequent durch sein Auftreten – früher wie heute.

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      Sprühende Funken – viel Rauch, wenig Substanz

      In seinem jüngsten Beitrag
      „Sprühende Funken der Kritik“
      https://milongafuehrer.blogspot.com/2026/01/spruhende-funken-der-kritik_12.html

      liefert Gerhard Riedl erneut ein Beispiel für genau jene Mechanismen, die seit Langem kritisch beobachtet werden. Der Text ist weniger eine Auseinandersetzung mit Inhalten als vielmehr eine ausufernde Rechtfertigungsschrift, getragen von Selbstbezug, Abwertung und dem Versuch, Deutungshoheit zu behalten.

      Mit jeder dieser Reaktionen untergräbt er seine eigene Glaubwürdigkeit weiter. Die immer wieder bemühten Verweise auf angeblich hohe Zugriffszahlen wirken dabei eher wie ein Ersatzargument als wie ein Beleg für tatsächliche Relevanz. Texte gewinnen nicht an Bedeutung, nur weil sie oft angeklickt werden – erst recht nicht, wenn ihnen inhaltliche Substanz fehlt. Hinzu kommt, dass er lediglich Zahlen nennt, ohne jede nachvollziehbare Auswertung. Dabei ließen sich Seitenzugriffe problemlos statistisch aufschlüsseln, lokalisieren und transparent darstellen. Wo sind diese Belege? Solange sie fehlen, bleibt der Eindruck, dass hier mehr behauptet als belegt wird.

      Außerhalb seines eigenen Blogs wird Riedl inzwischen vielfach belächelt. In Gesprächen hört man nicht selten Sätze wie: „Ach, der Riedl – der hat doch keine Ahnung.“ Das ist kein Angriff, sondern eine Beobachtung: Seine Texte werden kaum noch als Beitrag zum Tango-Diskurs wahrgenommen, sondern eher als selbstreferenzielle Endlosschleifen.

      Warum man überhaupt noch auf ihn reagiert, fragen manche. Die Antwort liegt weniger in seinen Inhalten als in seinem Auftreten. Der permanente Rechtfertigungsdrang, das Bedürfnis nach dem letzten Wort und die konsequente Externalisierung von Verantwortung prägen seine Texte. Kritik wird nicht aufgenommen, sondern umgedeutet; Probleme liegen immer bei den anderen. Das wirkt nicht souverän, sondern zunehmend isoliert.

      Mir persönlich ist es inzwischen gleichgültig, ob er meine Milonga oder mein Encuentro schlechtredet. Es schadet mir nicht. Es schadet ausschließlich ihm selbst. Wer dauerhaft abwertet, ohne selbst etwas Relevantes aufzubauen, verliert an Gewicht. Viel Selbstinszenierung, wenig Tragfähigkeit.

      Ebenso egal ist mir, wie viele Bücher er geschrieben hat – ob über Tango, Zauberei oder was weiß der Geier. Die bloße Anzahl sagt nichts über Qualität oder Relevanz aus. Lesenswert dürften sie jedenfalls kaum sein, wenn man den Maßstab seiner Blogtexte zugrunde legt.

      Am Ende bleibt ein Blog, der vor allem um seinen Autor kreist. Die Bedeutung, die ihm zugeschrieben wird, existiert weitgehend nur dort. Eigentlich braucht ihn die Welt nicht – und genau das scheint der Punkt zu sein, den er am schwersten akzeptieren kann.

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        Nachtrag: Ruhig formuliert, klar benannt

        Wenn Gerhard Riedl behauptet, seine Texte kreisten nicht überwiegend um Klaus Wendel, passt das schlecht zu seiner offen bekundeten Erwartungshaltung gegenüber der nächsten Veröffentlichung. Riedl hat selbst geschrieben, er warte ungeduldig auf Teil 40. Wer nicht fixiert ist, wartet nicht.

        Der Kern liegt tiefer: Riedl erträgt es nicht, wenn andere etwas formulieren, durchdringen oder vermitteln, was ihm selbst nicht zugänglich ist. Nicht Zustimmung fehlt, sondern die Fähigkeit, Fremdleistung stehen zu lassen. Daraus entsteht Kränkung – und aus Kränkung der Drang, kleinzureden. Zugeben kommt dabei nicht in Frage; Relativieren ersetzt Einsicht.

        Ruhig gesagt: Das ist kein inhaltlicher Dissens, sondern eine persönliche Grenze. Wenn Wendel etwas schreibt, das außerhalb von Riedls eigener Reichweite liegt, wird nicht geprüft, sondern abgewertet. Nicht aus Argumenten heraus, sondern aus verletzter Selbstgewissheit – am Ende aus gekränktem Ego.

        So wird aus Beobachtung Beharren, aus Kritik Wiederholung und aus Diskussion eine Endlosschleife. Kein Dialog, keine Entwicklung – nur der Versuch, das Fremde zu verkleinern, damit das Eigene erträglich bleibt.

        Riedl mag selbst glauben, was er schreibt. Doch mit jeder weiteren Relativierung verliert er an Glaubwürdigkeit. Was als Haltung gemeint ist, wirkt zunehmend wie Selbstbestätigung – und genau das untergräbt seine Wirkung.

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      Eigentlich sind Riedls Kommentare und Artikel für mich inzwischen vor allem eines: vorhersehbar. Was anfangs noch irritiert oder genervt hat, ist längst zur Hintergrundkulisse geworden. Man kennt den Ton, man kennt die Dramaturgie, man kennt das Ergebnis – Überraschungen bleiben aus.

      Inhaltlich kreist ein Großteil seiner Texte im Prinzip nur noch um ein Thema: Riedl gegen Wendel. Das bestimmt schätzungsweise 90 % dessen, was er schreibt. Eigene Gedanken treten dabei immer weiter in den Hintergrund. Stattdessen wiederholen sich dieselben Abrechnungen, dieselben Spitzen, dieselbe Fixierung. Das wirkt nicht kämpferisch, sondern eingeschränkt.

      Anfangs hat mich das durchaus beschäftigt, wenn Gerhard Riedl über meine Milongas und Encuentros oder über andere Blogger schrieb. Heute nicht mehr. Seine Texte haben für mich keinen wirklichen Stellenwert mehr, weder inhaltlich noch praktisch. Sie existieren, mehr nicht. Auch ist es mir egal, ob er wieder einmal ein Video von meinen Veranstaltungen zeigt oder mich bildschirmfüllend auf seiner Blogseite bloßstellen möchte.

      Ab und zu schaue ich noch in seinen Blog, eher wie man auf eine alte Uhr blickt, die zuverlässig stehen geblieben ist. Gedanklich bewegt sich dort vieles noch immer in einer Blog-Zeit von vor 15 Jahren: viel Selbstbezug, wenig Entwicklung, ein vertrauter Tonfall, der sich seit Jahren selbst bestätigt. Der Eindruck drängt sich auf, dass er kaum erträgt, wenn andere Menschen eine eigene Meinung haben – insbesondere dann nicht, wenn sie fachlich fundiert oder praktisch belegt ist.

      Riedl mag lange Tango tanzen – oder zumindest lange darüber schreiben. Am Ende hat er sich jedoch selbst ein Bein gestellt. Wer öffentlich von über 2000 besuchten Milongas spricht, dabei aber im Wesentlichen immer dieselben meint, verspielt irgendwann seine Glaubwürdigkeit. Quantität ersetzt keine Erfahrung, schon gar nicht Vielfalt.

      Auffällig ist zudem, dass der Moment, in dem es konkret werden könnte – zeigen, tanzen, einlösen –, regelmäßig vermieden wird. Stattdessen folgen Rückzug, Ausweichen und Umdeuten. Wer fordert, müsste auch liefern können. Genau dort bleibt es still.

      Zwei Bücher und eine lange Bloghistorie ersetzen kein Verständnis für Tango als gelebte Praxis. Für mich wirkt es so, als schreibe er über Tango, ohne ihn wirklich zu durchdringen – zumindest nicht in dem Sinn, wie er auf Milongas, in der Ronda und im tatsächlichen Miteinander erfahrbar wird.

      Seine herablassende Art wirkt dabei nicht mehr provokant oder streitbar, sondern schlicht peinlich. Selbstbestätigung scheint inzwischen fast ausschließlich aus dem engsten Umfeld zu kommen. Außerhalb davon wird sein Blog vielfach nicht mehr ernst genommen. Ich kenne genügend Leute, die seine Texte nur noch lesen, um zu sehen, ob er sich erneut selbst inszeniert – und sich dabei ein weiteres Mal bis auf die Knochen blamiert.

      Insofern kann er schreiben, was er möchte. Es hat für mich keine Relevanz mehr. Wer sich dauerhaft wiederholt, verliert irgendwann seine Wirkung. Und genau dort ist Riedl angekommen: nicht als Gegner, nicht als Debattenpartner – sondern als Randerscheinung.

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        Seltsam, in seinen letzten Selbstkommentaren regt er sich über die Texte von Radio Riedl-Wahn auf. Er hat wohl nicht verstanden, dass ChatGPT diese Texte kreiert. Peinlich für ihn, der ja KI für Verdummung hält. Jetzt verwechselt er schon KI mit einer Person. Obwohl Radio Riedl-Wahn gelegentlich treffende Spitzen raushaut, die auch Du bemerkt hast: Zuletzt erst lautete eine Anfrage, ob er seinen Blog in „Gerhards Klaus-Wendel-Report“ umbenennen wird.

      • Author gravatar

        Was bei Gerhard Riedl besonders auffällt, ist der permanente Rechtfertigungsdrang. Kaum eine Kritik bleibt stehen, ohne dass sofort nachgelegt wird. Er muss erklären, einordnen, korrigieren – vor allem aber das letzte Wort behalten. Nicht aus Klärungswillen, sondern aus Kontrollbedürfnis.

        Hinzu kommt eine fragwürdige Selbstüberhöhung. Riedl verweist gerne auf seine tänzerische Vergangenheit und versucht, Erfahrungen aus dem Turniertanz auf den Tango zu übertragen. Tatsächlich handelte es sich dabei nicht um anspruchsvollen Turniertanz, sondern um Breitensportformate für ältere Teilnehmer. Das ist legitim – taugt aber nicht als Grundlage, um sich im Tango zur Autorität zu erklären.

        Charakteristisch ist auch die konsequente Selbstdarstellung bei gleichzeitiger Verantwortungsvermeidung. Wenn etwas schiefgeht, sind es immer die anderen: die Szene, die Lehrer, die Veranstalter, die Kritiker. Eigene Anteile kommen nicht vor. Kritik wird nicht angenommen, sondern umgedeutet.

        So entsteht das Bild eines Autors, der sich über alles erhebt, ohne sich selbst infrage zu stellen. Wer immer recht haben muss, kann nichts lernen. Und wer sich dauerhaft über andere stellt, steht am Ende allein – auf einem Podest, das außer ihm selbst kaum noch jemand ernst nimmt.

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      Guten Abend, lieber Klaus,

      eines muss man dir lassen: Deine Artikel über Tango-Unterricht sind durchdacht, differenziert und inhaltlich stark. Man kann zu einzelnen Punkten durchaus anderer Meinung sein – das gehört zu einem lebendigen Diskurs. Was jedoch zunehmend auffällt, ist etwas anderes.

      Zu nahezu jedem deiner Texte äußert sich Gerhard Riedl. Und zwar nicht beiläufig, sondern mit einer auffälligen Regelmäßigkeit. In seinem Blog erscheinen teils im Abstand von Stunden Kommentare und Texte, die deine Arbeit kommentieren, relativieren oder abwerten. Das wirkt weniger wie fachliche Auseinandersetzung als wie permanente Beobachtung.

      Man fragt sich unwillkürlich, ob jemand wirklich nichts anderes zu tun hat, als sich ständig an der Arbeit eines Kollegen abzuarbeiten. Es entsteht der Eindruck, dass hier weniger über Inhalte gesprochen wird, sondern vielmehr über Personen. Wenn man selbst nichts Neues mehr beizutragen hat, scheint es naheliegend, andere kleinzuschreiben.

      Besonders befremdlich ist dabei der Gestus der Überlegenheit. Riedl verfügt weder über jahrzehntelange Tango-Erfahrung noch über eine Lehrtätigkeit oder eigene Veranstaltungspraxis – von gelegentlichen Wohnzimmeraktivitäten abgesehen. Dennoch lesen sich seine Texte oft so, als spräche dort eine unangefochtene Autorität, die wüsste, wie Tango „wirklich“ funktioniert und wie Unterricht zu sein habe.

      Das wirkt nicht nur anmaßend, sondern zunehmend auch unerquicklich. Vor allem, weil die ständige Abwertung anderer am Ende auf den Absender selbst zurückfällt. Wer fortwährend kommentiert, korrigiert und urteilt, ohne sich selbst praktisch zu exponieren, läuft Gefahr, sich lächerlich zu machen – unabhängig davon, wie eloquent die Texte formuliert sind.

      Schade ist das vor allem deshalb, weil es vom eigentlichen Thema ablenkt: vom Tango, vom Lernen, vom gemeinsamen Entwickeln. Deine Artikel leisten dazu einen echten Beitrag. Dass sie regelmäßig zur Projektionsfläche persönlicher Ressentiments werden, sagt letztlich mehr über den Kommentator aus als über den Text.

      Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich dein Blog-Thema „Radio Riedl-Wahn“ absolut gelungen finde. Das ist weder kindisch noch bescheuert, sondern trifft die Realität erstaunlich genau. Es karikiert nicht künstlich, sondern spiegelt schlicht das Auftreten und die Mechanismen wider, wie sie nun einmal sind – so, wie Riedl eben auftritt und wahrgenommen wird.

      Beste Grüße
      Christian

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        Ja, sehe ich auch so. Das überheblichste an Riedls Kommentaren sind für mich deine ständigen Versuche, anderen Bloggern vorschreiben zu wollen, was sie auf ihren Blogs zu tun oder zu lassen hätten. Ob man sich nun gegen seine ständigen Missbrauchsversuche von Zitaten mittels copy&paste wehrt und Kopierblocker dagegen einbaut, oder wie man Nachträge schreibt, Texte verändert, bzw. korrigiert, er meckert ständig daran herum, wie eben ein Lehrer, der Klassenarbeiten korrigiert. Das ist impertinente Selbstüberschätzung. Dazu kommt, dass er mir dieses seltsame Frauenfeindlichkeit unterstellt, was ich mittlerweile als Beleidigung betrachte. Ich halte Gerhards momentane Dauer-Blog-Beschattung mit Selbstkommentierung für wahnhaft und krank.

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