
Epilog – Offener Brief an Frau Karin Law Robinson-Riedl
https://milongafuehrer.blogspot.com/2025/04/kompetenz-uberprufung.html
Endlich lacht Riedl – vermutlich, weil er die eigentliche Frage wieder erfolgreich umtanzt hat.
Riedl schreibt lieber Satire als Antworten – schade, dass Rückgrat sich nicht in Wortspielen versteckt.
Aber ich möchte auch darlegen, was wir von Gerhard Riedl eigentlich verlangten, denn es sah sehr nach Provokation und Kompetenzrangelei aus.
Frau Law Robinson-Riedl, die Ehefrau von Gerhard, hat mich in Ihrem öffentlichen Kommentar auf eine Frage zur nötigen Qualifikation eines Kritikers aufmerksam gemacht.
hier ist meine Antwort:
Liebe Frau Law Robinson-Riedl,
in Ihrem Kommentar fragten Sie sinngemäß:
Muss ein Konzertkritiker selbst dirigieren oder ein Instrument beherrschen, um Musik bewerten zu dürfen?
Eine gute Frage – aber sie zielt am Kern unserer Diskussion vorbei.
Denn es geht, wie so oft, nicht um das „Dürfen“, sondern um das „Können“.
Oder präziser gesagt: um die Qualifikation – und die Verantwortung, die mit öffentlicher Kritik einhergeht.
Ein befreundeter Berufsmusiker wies mich darauf hin, dass die Anforderungen an Konzertkritiker sehr wohl hoch sind. Zwar ist kein Musikstudium gesetzlich vorgeschrieben, doch bei etablierten Medien wie der FAZ, Süddeutschen oder Die Zeit kommt niemand als Kritiker zum Zug, der nicht über fundierte Fachkenntnisse verfügt – sei es durch ein Studium der Musikwissenschaft, Instrumentalpraxis oder langjährige professionelle Erfahrung.
Kritik ist kein Hobby.
Sie verlangt analytisches Hören, historische Einordnung, Stilkenntnis, sprachliche Präzision und – nicht zuletzt – Respekt vor der Materie.
Dasselbe gilt für den Tango.
Zwischen Meinung und Expertise
Auch im Tango muss niemand ein Zertifikat vorweisen, um eine Meinung zu haben. Aber wer regelmäßig andere öffentlich kritisiert – Lehrer:innen, Shows, Paare, Unterrichtsmethoden – erhebt damit Anspruch auf Geltung. Und wer diesen Anspruch erhebt, muss sich auch an der eigenen Kompetenz messen lassen.
Ihr Mann, Gerhard Riedl, beruft sich auf seine jahrzehntelange Blogtätigkeit. Das allein genügt jedoch nicht, um sich als kenntnisreicher Tango-Kommentator zu legitimieren – zumindest nicht, wenn er dabei Tanzunterricht öffentlich herabwürdigt oder pauschal über das Können anderer urteilt, ohne selbst vor Ort gewesen zu sein oder fundiertes Wissen nachzuweisen.
Tango ist, wie Sie wissen, längst akademisch verankert. In Argentinien wird an der Universidad Nacional de las Artes in Buenos Aires Tango als Studienfach gelehrt – inklusive Musiktheorie, Tanzpraxis, Kulturgeschichte und Soziologie.
Das zeigt: Es gibt einen sehr wohl definierten Bereich von Fachwissen im Tango, sowohl auf tänzerischer als auch auf theoretischer Ebene. Wer sich also kritisch über andere erhebt, sollte zumindest in Ansätzen diese Tiefe kennen. Bei Ihrem Mann sehe ich das nicht.
Kritik ist keine Satire
Die vielzitierte „Bissigkeit“ Ihres Mannes mag Teil seines Schreibstils sein – geschenkt. Satirische Seitenhiebe auf die Szene kann man mögen oder nicht, sie gehören zum öffentlichen Meinungsspiel.
Aber sobald es konkret wird – sobald Lehrer, Kurse, Formate oder sogar konkrete Unterrichtsinhalte pauschal abgewertet werden – reicht Ironie nicht mehr aus.
Denn solche Urteile können geschäftsschädigend wirken. Sie betreffen reale Menschen mit realer Verantwortung.
Wenn dann jede Nachfrage mit Polemik abgewehrt und jede Einladung zur Reflexion ignoriert wird, ist die Kritik nicht mehr mutig – sondern billig.
Der wahre Kern der Einladung
Die Einladung zur Tangostunde bei einem Weltmeisterpaar war vielleicht provokant – aber nicht aus bösem Willen. Sie sollte Ihren Mann aus seiner gewohnten Kommentatorenrolle holen, zu einer realen Auseinandersetzung mit dem, was er ständig bewertet. Kein Pranger, kein Duell – nur die einfache Frage: Was passiert, wenn jemand, der so viel über Tango redet, sich auch einmal stellt?
Dass er diese Einladung nicht annehmen wollte, ist sein gutes Recht.
Aber die Art und Weise, wie er sich seither um jede Verantwortung windet – durch Satire, Umdeutung und zuletzt, indem Sie plötzlich „die Stunde übernehmen“ – wirft ein sehr deutliches Licht auf das eigentliche Thema:
Die Weigerung, Haltung zu zeigen.
Warum dieser Brief öffentlich erscheint
Da Ihr Mann mich inzwischen auf seinem Blog gesperrt hat, bleibt mir nur der Weg der Öffentlichkeit.
Ich tue das nicht aus Trotz, sondern aus Konsequenz:
Was öffentlich begonnen wurde, sollte auch öffentlich beantwortet werden.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wendel
Lieber Klaus,
Fundierte Fachkenntnisse?
Gerhard hat doch bekanntlich mehrere Semester erfolgreich an der YouTube-Akademie absolviert.
Christian Birkholz
(..) um sich als kenntnisreicher Tango-Kommentator zu legitimieren(..)
Hat er nie getan, habe ich so nie wahrgenommen als nicht betroffener Konsument 🤷♂️
(..)wenn er dabei Tanzunterricht öffentlich herabwürdigt oder pauschal über das Können anderer urteilt, ohne selbst vor Ort gewesen zu sein oder fundiertes Wissen nachzuweisen.(..)
bitte belegen und nicht selbst nach dem vorgeworfenem Handeln 🤷♂️
Welch eine Zeitverschwendung und welch ein ekelhaftes Mobverhalten … könnt ihr nicht einfach mal eure Fackeln löschen gehen, die Kirche im Dorf lassen und einen Tee/Kaffee oder auch Wein trinken gehen?
Am liebsten alle zusammen?
Lieber Markus,
es freut mich, dass du dich zu Wort meldest – auch wenn du offenbar irgendwo zwischen „Mir ist nix aufgefallen“ und „Ach komm, jetzt lasst ihn halt“ schwebst.
Du schreibst:
„Hat er nie getan, habe ich so nie wahrgenommen.“
Na gut – das ist in etwa so, als würde man sagen: „Ich habe das Feuer nicht gesehen, also hat’s wohl nicht gebrannt.“
Nur weil du Gerhard Riedl nicht als Meinungsbildner wahrgenommen hast, heißt das nicht, dass er nicht genau so auftritt. Lies dir einfach mal seine Blogartikel durch – da wird nicht nur kritisiert, da wird gerichtet. Und das regelmäßig.
Und zur Bitte, doch bitte alles zu belegen:
Ich kann dir gerne eine Linkliste zusammenstellen. Sie wird lang. Sehr lang. Aber weißt du was? Ich glaube, das ist gar nicht dein Punkt. Du möchtest nicht wirklich prüfen, ob die Kritik berechtigt ist – du möchtest einfach nur, dass endlich Ruhe einkehrt. Tee trinken. Fackeln löschen. Ganz die Friedensbewegung des Tangos.
Problem dabei:
Wenn jemand jahrelang andere öffentlich abwatscht, dann muss er damit leben, dass irgendwann jemand zurückklatscht.
Das nennt sich Konsequenz – nicht Mob.
Und das Bild mit den Fackeln?
Das gefällt mir fast. Nur, dass wir hier nicht mit Fackeln marschieren, sondern mit Argumenten. Manche davon brennen halt ein bisschen.
Und ganz ehrlich:
Wenn dein Lösungsvorschlag ist, dass wir alle einfach mal einen Tee trinken gehen – auch mit dem, der vorher die Runde regelmäßig mit Zynismus beworfen hat – dann klingt das nett.
Aber naiv.
Ich klinke mich gerne aus, wenn’s wieder um Tango geht.
Aber solange jemand öffentlich Meinung macht, ohne Haltung zu zeigen – bleibe ich dabei:
Kritik gehört nicht unterdrückt. Sondern gehört.
Klaus Wendel
hier ein Beispiel:
http://milongafuehrer.blogspot.com/2022/04/geronto-stehschmusen.html
hier wird, anhand eines YouTubeschnipsels mit schlechter Kameraführung, ein falsches Bild der Veranstaltung geschaffen. Ich kenne einige der Tänzer und halte viel von Ihren Fähigkeiten.
Es war sicherlich ein Encuentro mit gutem Niveau.
Der Leser wird aber mit dem Bild im Kopf entlassen, dass dort langweilig herumgeschlichen wird und die Beteiligten nach Mottenkugeln riechen. Zumindest ist die Bezeichnung „Geronto“ für Menschen unter 80 und ohne Erkrankungen schon für sich eine grenzwertige Herabwürdigung.
Wäre Gerhard dort gewesen hätte er gut tanzende Menschen in einer emphatischen Atmosphäre und freundliche Gastgeber erlebt.
Stattdessen lässt er dieses falsche Bild entstehen.
Daher kommt der Wunsch von Klaus und Christian, dass er selbst mal schaut bevor er schreibt. So vermute ich.
Christian Birkholz
Hallo Christian, danke für diesen Beitrag. Ich habe ihn zum Anlass genommen einen älteren, geplanten Artikel, den ich auf Eis gelegt hatte, zu aktualisieren, mit Deinem Beitrag zu ergänzen und zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Lesen.
https://www.tangocompas.co/tango-bewerten-oder-abwerten/
Liebe Grüße Klaus
freut mich wenn ich helfen konnte.
Leider hat offenbar auch heute der Osterhase wieder einen Bogen um Pörnbach gemacht und dort nicht die Eier vorbeigebracht, die man bräuchte, um einen Irrweg als solchen zu erkennen. Stattdessen geht der Versuch weiter, das Desaster doch noch irgendwie zu drehen. Schade.
Das Schlimmste was er befürchtet hat, ist nun eingetroffen.
Er ist „vorgeführt“ worden.
Nicht durch eine peinliches Video bei Youtube.
Nicht durch eine nachweisliche Falschaussage auf seinem Blog.
Sondern: Durch eine nette Einladung von Christian Beyreuther.
Diese hat ihn nachdrücklich demaskiert.
Demaskiert und bloßgestellt.
Und vorgeführt.
Alles durch eine freundliche Einladung.
Stimmt. Ich habe nur einen Vorbehalt: Er hat es nicht befürchtet!