Der Gerhard-Blog-Bewohner – eine Reflexion

Der Gerhard-Blog-Bewohner – eine Reflexion

Mir ist in den letzten Tagen wieder mal etwas aufgefallen, das mir nicht besonders gefällt: Ich habe mich ausgerechnet in dem Blog häuslich eingerichtet, dessen ständige Wiederholungen ich seit Monaten kritisiere. Natürlich nicht buchstäblich. Aber gedanklich. Ich kenne inzwischen die üblichen Themen, Argumentationsmuster, Spitzen und Nachträge. Und bei fast jedem neuen Text meldet sich derselbe Reflex: Das kannst du so nicht stehen lassen. Das musst du richtigstellen. Das musst du den Leuten zeigen. Nur: Was eigentlich noch? Ich habe meine […]

Lesetip: Übungen zur Stärkung der Füße für Tango

Lesetip: Übungen zur Stärkung der Füße für Tango

Ich habe bei Feedspot einen interessanten Beitrag gefunden, den ich hier empfehlen möchte. Es geht darum, was starke, reaktionsfähige Füße beim Tanzen bewirken. Nämlich … weichere Pivots bessere Balance stabileres Gehen weniger Spannung im restlichen Körper Wie es dort schön heißt: „Im Tango beginnt alles am Boden.“ Leider habe ich den Namen des Autors nicht herausfinden können. Der Beitrag stammt aber von der Münchner Tangoschule „TANGO FLOW“.

Was ist eigentlich aus einem „Tango-Report“ geworden?

Was ist eigentlich aus einem „Tango-Report“ geworden?

– oder war er überhaupt jemals besser? 

Wenn man sich „Gerhard Riedls Tango-Report“ – so heißt der Blog schließlich – einmal genauer anschaut und fragt, was aus diesem ursprünglich tangobezogenen Blog geworden ist, könnte man ihn inzwischen fast in „Gerhard Riedls Klaus-Wendel-Report“ umbenennen. Und ausgerechnet da würde das Wort „Report“ plötzlich wieder einen Sinn ergeben.

Ich frage mich ernsthaft, wie sich ein Tango-Blog – oder besser: sein Autor – derart negativ verengen kann. Wo sind die interessanten eigenen Tango-Themen geblieben? Wo sind Recherchen, bei denen man wirklich einmal etwas Neues über Musik, Geschichte, Tanz oder die heutige internationale Szene erfährt?

Oder andere Frage: Hat es einen besseren Blog von Gerhard Riedl überhaupt jemals gegeben? Kreisen nicht eigentlich seit Jahren seine Beiträge immer wieder um die selben Themen? 

Wie weit kann sich Tango überhaupt entwickeln?

Wie weit kann sich Tango überhaupt entwickeln?

Warum der soziale Tango vielleicht nicht stagniert, sondern nur anders wächst, als man es von außen sieht

Ich hatte in meinem Beitrag über eine mögliche zweite Época de Oro geschrieben, dass sich der Tango tänzerisch weiterentwickelt habe. Das stimmt auch, aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr muss man unterscheiden, wo diese Entwicklung eigentlich stattfindet und was wir unter Weiterentwicklung überhaupt verstehen. Sichtbar ist sie vor allem in der Profi-Szene, auf Bühnen und bei Wettbewerben. Dort sieht man eine technische Qualität, Bewegungsvielfalt und Körperbeherrschung, die weit über das hinausgeht, was vor einigen Jahrzehnten üblich war.

Auf normalen Milongas sieht man davon erstaunlich wenig. Genau da beginnt aber das Problem. Vielleicht erwarten wir von einem Gesellschaftstanz eine Form von Entwicklung, die unter seinen realen Bedingungen gar nicht dauerhaft möglich ist. Und vielleicht übersehen wir gleichzeitig eine andere Entwicklung, die längst stattfindet, weil sie weniger spektakulär und von außen kaum sichtbar ist.

Eine persönliche Abrechnung

Prolog Wer fremde Aussagen wiederholt verdreht, persönliche Herabsetzungen an die Stelle von Argumenten setzt, unliebsame Kommentare zurückhält und sich zugleich selbst zum Schiedsrichter über die Debatte erklärt, schafft keinen Raum für einen offenen Austausch. Er erzeugt vielmehr ein Klima, in dem Spott, Lagerbildung und persönliche Angriffe belohnt werden. Das kann auch auf die Leserschaft eine toxische Wirkung entfalten. Leser werden nicht dazu eingeladen, unterschiedliche Argumente abzuwägen, sondern erhalten vorgefertigte Freund-Feind-Bilder. Zustimmung wird gefeiert, Widerspruch lächerlich gemacht oder gar nicht erst […]

Im Archiv des Klaus-Wendel-Experten

Im Archiv des Klaus-Wendel-Experten

Inzwischen hat sich eine neue Bloggersparte entwickelt: die Klaus-Wendel-Forschung. Ihr bislang führender Vertreter ist ein gewisser Blogger, Ihr wisst schon… Er bezeichnet sich inzwischen selbst als „Klaus-Wendel-Experten“. Das ist ausnahmsweise keine Übertreibung. Er zählt meine Artikel, verfolgt meine Nachträge, kontrolliert Änderungen, sucht alte Formulierungen heraus und weiß offenbar ziemlich genau, wann welcher Satz wo gestanden hat. Normale Leser lesen einen Beitrag und gehen anschließend wieder ihrem Leben nach. Riedl bleibt. Er wohnt inzwischen beinahe in meinem Blog. Vermutlich hat er […]

Über Musikgeschmack lässt sich nicht herrschen

Über Musikgeschmack lässt sich nicht herrschen

Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, wie viel Energie man damit vergeuden kann, sich mit Menschen, Texten und Debatten zu beschäftigen, die einen ärgern. Man liest, widerspricht, erklärt und verteidigt sich – und am Ende bleibt vor allem Erschöpfung. Gleichzeitig habe ich die Musik wiederentdeckt. Nicht nur den Tango, sondern vor allem die Oper und die klassische Musik: Liszt, Tschaikowski, Grieg, Dvořák, Beethoven. Musik, die eine andere Welt öffnet, eine Welt der Konzentration, der Empfindung, der Größe und manchmal auch des Trostes.

Gerade in einer Zeit, in der Krieg, Machtgier und Zerstörung wieder so viel Raum einnehmen, wirkt diese Musik wie eine Gegenbewegung. Nicht, weil Musik Kriege verhindern könnte. Sie macht Menschen auch nicht automatisch besser, schließlich gingen selbst Diktatoren in die Oper. Aber sie erinnert daran, wozu Menschen ebenfalls fähig sind: zu Schönheit, Zusammenarbeit, Disziplin, Fantasie und etwas, das weit über den Augenblick hinausreicht.
Jeder Tyrann kann eine Stadt zerstören. Keiner von ihnen könnte eine Beethoven-Sinfonie schreiben.

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